Hans-Peter Villis im Interview "Kein Couponschneider"

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Hans-Peter Villis Quelle: Oliver Rüther für WirtschaftsWoche

Aber diese Optionen können Sie nicht realisieren, weil Sie im juristischen Gestrüpp hängen geblieben sind.

Nicht wir, sondern die EWE befindet sich derzeit in einem Schiedsgerichtsverfahren, da die Einhaltung eines Konsortialvertrags mit elf ostdeutschen Kommunen juristisch strittig ist. Das alles scheint juristisch höchst kompliziert. Bezogen auf die EnBW, kann ich nur sagen, dass wir durchaus von der VNG und ihren kommunalen Aktionären auch Signale empfangen, dass sie mit uns zusammenarbeiten wollen. Eine Mehrheit wollen sie nicht akzeptieren.

Weshalb kämpfen Sie um die VNG?

Kampf ist übertrieben. Wir verfolgen eine Option, um in den Besitz von langfristigen Gaslieferverträgen zu kommen. Daran ist die EnBW interessiert. Die VNG ist nach Ruhrgas und Wintershall der drittgrößte Gashändler in Deutschland. Aber auch die Gasspeicher sind für ein langfristiges Gasgeschäft interessant, ebenso die Pipelines. Auch die Gas-Explorationsfelder der VNG bringen zusätzliche strategische Perspektiven. Als EnBW müssen wir langfristig unsere Wertschöpfungskette im Gasbereich ausbauen, Richtung Gasquelle. Und da ist die VNG eine gute Gelegenheit, in Deutschland das Geschäft auf eine breitere Basis zu stellen. Kartellrechtlich können wir das. Wieso sollten wir dies dann nicht probieren?

Gute Frage. Was ist, wenn Sie scheitern?

Dann werde ich selber etwas im Gasgeschäft aufbauen – mit oder ohne VNG. Wir sind ja nicht unerfahren im Gasgeschäft. Wir haben eigene Gasgesellschaften und bauen mit unserem Partner EdF Gasspeicher. Auch die italienische Eni ist einer unserer Partner.

Was haben Sie mit der Eni vor?

Eni ist ja schon unser Partner bei der Gasversorgung in Süddeutschland. Wieso sollten wir diese Partnerschaft nicht weiter ausbauen. Wir könnten beispielsweise auch langfristige Gaslieferverträge mit den Italienern abschließen – als Alternative oder, falls es doch noch klappen sollte, als Ergänzung zur VNG.

Und wo holt die Eni das Erdgas her?

Die Eni hat Gasquellen unter anderem in Südeuropa und in Nordafrika.

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