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Hans-Peter Villis im Interview "Kein Couponschneider"

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Hans-Peter Villis Quelle: Oliver Rüther für WirtschaftsWoche

Gas aus dem politisch höchst unsicheren Nordafrika?

Warum denn nicht. Wir müssen langfristig und auch mutig vorausdenken. Und die Politik weist ja zu Recht immer wieder darauf hin, dass eine breite Streuung der Gasbezüge Lieferrisiken minimiert.

Wie soll das Gas zu uns kommen?

Der Transport wäre technisch kein Problem und könnte mit Schiffen erfolgen, wenn wir das Gas verflüssigen, oder über Leitungen. Die Pipelines müssten jedoch noch geplant werden. Wenn wir eine engere Kooperation zwischen Eni und EnBW durchdenken, fallen mir viele Möglichkeiten ein. Ich selbst bin für eine weitere Zusammenarbeit offen. Aber auch mit unserem Großaktionär, der französischen EdF werden wir weit enger operativ kooperieren als bisher. Die EdF ist bei der EnBW nicht nur auf die Rolle als Aktionär beschränkt, die EdF ist unser strategischer Partner, und da ergeben sich viele Möglichkeiten.

Was heißt das konkret?

Wir tauschen kerntechnisches Know-how und Erfahrungen aus. So stellen wir den technischen Betriebsleiter beim Bau des neuen Kernreaktors im französischen Flamanville. Dies freut uns und zeigt, dass unsere französischen Partner auch unsere Expertise schätzen. Die Kernenergie mag in Deutschland zwar politisch stark umstritten sein, aber unsere Reaktoren gelten unverändert als die weltweit mit am sichersten, und sie weisen eine hohe Verfügbarkeit auf. Dies hat auch mit Sicherheitskultur, der Technik und Wartung zu tun. Und sollten wir eines Tages ähnlich wie unsere deutschen Wettbewerber E.On und RWE auch im Ausland Kernkraftwerke bauen wollen, dann wäre die EdF für mich der natürliche Partner.

Wo will die EnBW Atomkraftwerke bauen?

Für mich käme in einem solchen Fall nur das benachbarte europäische Ausland infrage. Den Strom könnten wir dann versuchen über die Grenze nach Deutschland zu leiten

Bis wann könnten Sie sich das vorstellen?

Ich denke strategisch und in diesem Fall – wenn überhaupt – dann nicht unter 10 oder 15 Jahren.

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