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Hapag-Lloyd Containerschifffahrt in ihrer größten Krise

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Das Containerschiff Quelle: dpa

Für das laufende Jahr rechnet Maersk mit einem Einbruch des Geschäfts um zehn Prozent. Im  Jahr 2010 dürfte das Geschäft stagnieren, erklärte der für das Containergeschäft zuständige Vorstand Eivind Kolding,dem Wirtschaftsnachrichtendienst "Bloomberg".

Maersk betreibt mit mehr als 300 Schiffen die größte Container-Flotte der Welt. Der Branchenführer hat bereits zwei Routen zwischen Asien und Europa stillgelegt, zwölf Frachter aus dem Verkehr gezogen und schon im vergangenen Jahr 3000 Mitarbeiter entlassen.

Für die Reedereien ist jeder Transport zurzeit ein Minusgeschäft. Laut Morgan Stanley kostet der Transport eines Standardcontainers von Asien nach Europa jetzt zwischen 300 und 500 US-Dollar. Im Sommer 2008 konnten die Reeder noch bis zu 1800 Dollar verlangen. "Alle Reedereien verlieren im Moment Geld", sagt Praestensgaard.

Überkapazitäten bei den Schifffahrtsunternehmen nehmen zu

Doch die Probleme könnten noch zunehmen, denn die Überkapazitäten bei den Schifffahrtsriesen steigen weiter an.

Erst im vergangenen Jahr nahm Maersk acht der größten Frachter der Welt mit einem Fassungsvermögen von jeweils 13 000 Standardcontainern in Betrieb. Weltweit haben Werften Bestellungen für 1400 neue Containerschiffe, deren Fassungsvermögen entspricht 60 Prozent der heutigen Kapazität.

A.P.Møller-Maersk ist das nach Umsatz größte dänische Unternehmen. Es besitzt Anteile an Banken, fördert Öl und Gas aus der Nordsee, betreift Werften und Supermarktketten. Diese Diversifizierung sorgte bislang für stabile Gewinne. Doch die Containersparte von A.P. Moeller-Maersk hat im ersten Quartal 2009 einen Verlust von 559 Millionen Dollar eingefahren. Im Mai hatte der Konzern mitgeteilt,  wegen der Probleme mit der Containersparte sei auch für das Gesamtjahr ein Nettoverlust möglich. Das wäre seit dem zweiten Weltkrieg das erste Mal, in die roten Zahlen rutscht.

Umdenken bei Maersk

Als Konsequenz kündigte der Industriekonzern an, dass man sich künftig stärker auf andere Geschäftssparten konzentrieren wolle.

Konzernchef Nils Smedegaard sagte in der Zeitung „Berlingske Tidende“, das Reedereigeschäft habe in den letzten Jahren „schlechte Resultate“ eingefahren. Er meinte zudem: „Bei Investitionen werden wir deshalb unser Hauptaugenmerk in Zukunft auf das Ölgeschäft und Hafenterminals legen.“

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