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Hewlett-Packard-Chef Mark Hurd "Entweder ganz oder gar nicht"

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Lassen Sie uns über die allgemeine Wirtschaftslage reden. Inzwischen mehren sich die Zeichen für eine Erholung. Ist die Talsohle erreicht?

Das kommt auf die Industrie und die geografische Region an. Anfang des Jahres hätte ich gesagt: Unabhängig von Segment und Region, sind schlichtweg alle Unternehmen quer durch die Bank verunsichert. Mittlerweile erkennt man aber bereits einzelne Unterschiede: In China läuft es bereits besser als zuvor, ebenso in Indien. Und auch die Ausgaben der US-Konsumenten haben wieder leicht angezogen.

Bisher ist HP freilich auch von der Wirtschaftskrise getroffen, Umsatz und Gewinn sanken im vergangenen Quartal. Trotzdem erzielten Sie in diesem Zeitraum noch einen Gewinn in Höhe von 2,3 Milliarden Dollar. Was antworten Sie Mitarbeitern, die nicht verstehen, warum ein Unternehmen mit Milliardengewinn dennoch allein in seiner Region Europa/Naher und Mittlerer Osten/Afrika 5700 Stellen streichen will?

Das sind zwei unterschiedliche Dinge. Wenn wir ein Unternehmen – wie im vergangenen Jahr EDS – kaufen und es Überlappungen beim Personal gibt, versuchen wir, diese schnell abzubauen. Denn dabei geht es um die künftige Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens. Das hat nichts mit der aktuellen Wirtschaftslage zu tun. Wir bei HP haben auch in guten Zeiten die Kosten reduziert. Indem man das tut, sorgt man für schlechte Zeiten vor.

Sie sind als großer Kostenkiller verschrien und haben das in der Vergangenheit auch bewiesen. Gibt es bei HP nach viereinhalb Jahren Mark Hurd überhaupt noch Möglichkeiten, signifikant zu sparen?

Es geht darum, kontinuierlich an den Kosten zu arbeiten und damit nicht irgendwann wieder aufzuhören. Gleichzeitig gilt aber auch: Kostenbewusstsein ist gut, doch Sie können sich natürlich nicht Innovationen ersparen. Innovationen müssen bleiben, wenn man weiter wachsen will.

Durch straffes Management, aber auch begünstigt durch Fehler des früheren Marktführers Dell konnten Sie für HP die Spitzenposition im weltweiten PC-Geschäft zurückerobern. Was bringt Ihnen dies, außer einem Überlegenheitsgefühl?

Zu Dell kann und möchte ich nichts sagen. Aber wir haben nie rein auf den Marktanteil abgezielt. Sondern darauf, unseren Kunden zu helfen und ihnen gute Computer und guten Service zu bieten. Der gestiegene Marktanteil ist das Ergebnis davon – er war nicht die Strategie.

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