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Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter "Glauben ist in der Kirche"

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Für uns gilt: Der beste Schutz gegen eine Übernahme ist, wenn das Geschäft nur so brummt und der Kurs steigt.

Wie wollen Sie das erreichen?

Zunächst bleiben wir in der Geschäftsentwicklung auf dem angekündigten positiven Kurs.

Das heißt: Auftragsbestand und Auftragseingang werden 2010 leicht über Vorjahr liegen, die Umsatzerlöse auf Vorjahresniveau und der Gewinn höher als 2009.

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    Ja, wir bestätigen alle Prognosen aus unserem Halbjahresbericht für das Gesamtjahr 2010. Wichtiger ist aber die strategische Entwicklung: Wir erschließen neue Märkte wie Indien und investieren in vielversprechende neue Geschäftsfelder wie den wachsenden Offshore-Windmarkt. Da können wir in diesen Tagen einen neuen Auftrag über 170 Millionen Euro verbuchen. Wir werden in der Nordsee einen Windpark mit 80 Anlagen errichten.

    Und in Kürze werden die Verträge für den Bau des ersten unserer innovativen Spezialschiffe zur Errichtung und Wartung von Offshore-Windanlagen unterzeichnet. Über unser Joint Venture Beluga Hochtief Offshore mit der Schwergutreederei Beluga Shipping investieren wir einen dreistelligen Millionenbetrag in das Projekt.

    Hochtief wird zur Werft?

    Nein, viel umfassender: Beluga Hochtief Offshore, an der wir 50 Prozent halten, übernimmt die Rolle des technischen Entwicklers, Schiffbaumanagers, Reeders und Vercharterers. Hochtief verdient also nicht nur am Bau von Windkraftanlagen vor der Küste, sondern an einer Kette von Dienstleistungen rund um Entstehung, Instandsetzung und Betrieb der Anlagen.

    Lohnt es sich, Eigentümer solcher Schiffe zu sein? Das ist doch weit weg vom klassischen Hochtief-Know-how.

    Und ob sich das lohnt! Wir betreiben derzeit zwei schwimmende transportable Plattformen zum Bau von Offshore-Windkraftanlagen. Gerade bekamen wir eine Anfrage auf den Tisch, ob wir eine davon bis 2018 verchartern können. Was Beluga Hochtief jetzt baut, ist aber nicht mehr eine passive Plattform, sondern eine Art Plattform-Schiff mit eigenem Antrieb.

    Wie funktioniert das technisch?

    Das Spezialschiff kann mit vier ausfahrbaren Beinen, die dann auf dem Meeresboden stehen, seinen Rumpf über Meeresspiegelniveau anheben und wird daher auch in einer Wassertiefe von mehr als 35 Metern arbeiten. So erschließen wir Offshore-Standorte für Windkraft-Anlagen mit viel weiterem Abstand zur Küste als bisher und machen die Montage auf See effizienter und sicherer. Einsatzbereit sein soll das jetzt bestellte erste Spezialschiff 2012.

    Wie viele sollen noch folgen?

    Wir denken konkret über den Bau eines weiteren Schiffes nach. Und auch darüber hinaus gibt es Pläne. Wir werden dieses Know-how auch unserer australischen Tochter Leighton zur Verfügung stellen, die damit Offshore-Logistik-Umschlagplätze baut.

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