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Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter "Glauben ist in der Kirche"

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Klingt spannend. Aber ist das nicht bloß eine Nische im Hochtief-Geschäft mit 18 Milliarden Euro Umsatz? Welche Umsatzziele setzen Sie dem Offshore-Geschäft?

Bei dem jetzt schon absehbaren Geschäft rechnen wir mit einer Umsatzgröße von mindestens einer halben Milliarde Euro pro Jahr.

In welchem Umfang entstehen dabei Arbeitsplätze in Deutschland?

Hunderte – und diese Leute qualifizieren wir auch für dieses neue Tätigkeitsfeld. Das zeigt übrigens, dass wir keineswegs unser Deutschland-Geschäft abbauen, wie es oft heißt. 2003 hatten wir 7750 Mitarbeiter in Deutschland, heute sind es 11 000. Wir haben es geschafft, unrentable Geschäftsfelder abzubauen. Aber die Leute dort haben wir, wo immer es ging, anderswo eingesetzt. Manche arbeiten heute für uns bei einem Bauauftrag in Katar und morgen an einem Windkraftprojekt.

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    Für das eigentliche Baugeschäft in Deutschland sieht es aber trübe aus.

    Leider ja, die Baubranche in Deutschland ist in keinem guten Zustand, auch wenn wir es bei Hochtief in den vergangenen Jahren geschafft haben, durch konsequente Projektauswahl auskömmliche Margen zu erzielen – trotz wieder steigender Materialkosten.

    Können die Unternehmen die höheren Preise nicht an die Kunden weitergeben?

    Bei bestimmten Verträgen schon. Aber durch die höheren Materialkosten wird das Bauen unterm Strich teurer, und wenn es teurer wird, wird weniger gebaut – erst recht bei immer klammeren öffentlichen Haushalten.

    Wird Hochtief zum Jobabbau in der Branche beitragen?

    Wir werden an einzelnen Standorten unsere Kapazitäten weiter anpassen. Wo immer es geht, sprechen wir über Versetzungen. Jedenfalls gilt das, solange wir Herr im Haus sind.

    Ärger am Bau haben Sie trotzdem. Die Schlagzeilen über die zu teuer und zu spät fertig werdende Elbphilharmonie in Hamburg ramponieren Ihren Ruf.

    Wir werden da zum Prügelknaben gemacht. Den dritten Konzertsaal zum Beispiel hatten wir ursprünglich nicht im Auftrag. Sollen wir ihn bauen und selber bezahlen? Es hat Kosten gegeben, die uns einfach nicht anzulasten sind. Es ist unlogisch, uns zu unterstellen, wir wollten die Fertigstellung verzögern – wir sind selbst Investor für mehr als 40 Eigentumswohnungen in dem Komplex.

    Ist es ein Trost für Sie, dass auch Bilfinger Berger mit dem Einsturz beim Kölner U-Bahn-Bau in der Schusslinie steht?

    Nein, das tut der ganzen Branche nicht gut. Und es wird den vielen ordentlichen Bauleuten nicht gerecht, die jeden Tag zuverlässig ihre Arbeit machen. 

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