WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Hochtief-Chef Stieler "Wir haben keine Angst vor der Krise"

Seite 2/5

Aktien-Info Hochtief Quelle: Unternehmensangaben, Thomson Reuters, Bloomberg

Ihnen liegt auffallend daran, Ihre Unabhängigkeit zu demonstrieren. So sollen Sie eine Reise zur australischen Tochter Leighton abgesagt haben, deren Gewinneinbruch Hochtief in diesem Jahr das Ergebnis verhagelt, weil gleichzeitig ein ACS-Vertreter dort war – um nicht wie dessen Kofferträger zu wirken.

Abgesehen davon, dass ich lieber Rucksack als Koffer trage: Das ist eine Anekdote, an der nichts stimmt – vor allem nicht die Interpretation.

Gerade ging der von ACS geholte Hochtief-Aufsichtsratschef Manfred Wennemer auch in den Verwaltungsrat von Leighton. Dort wird das so interpretiert, dass ACS die Strippen zieht.

Die Initiative und Verantwortung für die Lösung der Probleme bei Leighton liegen bei mir. Aber natürlich ist das, was jetzt in Australien passiert, mit ACS abgesprochen.

Gibt es seit der Übernahme eine Strategie für gemeinsame Projekte von Hochtief und ACS?

Es gibt keine zentrale Steuerung, sondern es liegt in der Kompetenz der lokal verantwortlichen Manager, mit wem sie Partnerschaften eingehen. Das muss für beide Seiten ein Gewinn sein. So ist es etwa bei einem großen gemeinsamen Projekt von Hochtief, der ACS-Tochter Dragados und zwei weiteren Partnern in Schottland: dem Bau der Firth-of-Forth-Brücke nördlich von Edinburgh mit einem Auftragsvolumen von 950 Millionen Euro. Den Zuschlag bekam das Konsortium in der Übernahmephase.

Während hier in Essen ACS-Totenkopf-Plakate in den Fenstern hingen?

Ja, es gab eine von manchen wohl nicht vermutete Professionalität, während auf einer anderen Ebene gestritten wurde.

Gibt es weitere gemeinsame Vorhaben? 

Bei einem halben Dutzend Projekten bieten wir gemeinsam mit ACS oder sind in Vorbesprechungen, zum Beispiel in den USA und im Mittleren Osten.

Normalerweise werden nach einer Übernahme systematisch Synergien gehoben.

Das könnte man tun, wenn ein Unternehmen komplett dem anderen gehört. Da ACS aber nur knapp 50 Prozent an Hochtief hält, muss jedes Unternehmen aus sich heraus seine Geschäfte führen. Daher ist ein Integrationsprogramm weder möglich noch beabsichtigt. Beide Unternehmen tun das, was für sie sinnvoll ist.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Diesen Artikel teilen:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%