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Hotels Luxus ist wieder gefragt

Die Gäste wünschen wieder opulenten Luxus. Die Branche reagiert darauf, wie das große Hotelranking zeigt.

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Ausblick vom Hotel Le Meurice in Paris

Was Gäste in Hotels zu finden hoffen, ist einem ständigen Wandel unterzogen. Dem Trend nach authentischen Erlebnissen und smarter Schlichtheit folgend, suchten in den letzten Jahren viele das Bodenständige und misstrauten allem Extravaganten und Luxuriösen. Jetzt geben viele Gäste ihr Geld wieder bewusster aus und dabei erwacht erneut die Sehnsucht nach Außergewöhnlichem. Grandhotels mit klassischen Starqualitäten betören durch strahlenden Perfektionismus, Traumpaläste zwischen Abu Dhabi und Zermatt wecken verloren geglaubte Emotionen und bieten beste Voraussetzungen, damit man sich von der Gewöhnlichkeit dieser Welt erholen kann. Das ist die Erkenntnis aus dem neuesten Hotelranking, das aus vier Faktoren ermittelt wird.

Authentische Stadtoasen

Das Four Seasons Hotel in Florenz steht für opulenten Luxus und führt erneut die Liste der weltbesten Stadthotels an. Von außen kaum als Hotel zu erkennen, tut sich hinter dem massiven Holzportal eine Welt auf, in der die blühende Medici-Vergangenheit aufs Luxuriöseste lebendig wird. Wer Inspiration in der Natur sucht, findet sie im vier Hektar großen Park. Zum authentischen Florenz-Erlebnis tragen auch die mehrheitlich einheimischen Mitarbeiter bei, die sich souverän und charmant über manch übertriebenen Service-Standard der kanadischen Hotelgruppe hinwegsetzen.

Den Ton in der Hotellerie geben in diesem Jahr fünf Städte an, die mehr stilbildende Hotels bieten als die meisten anderen. Jede ist mit fünf oder mehr Hotels in den Top-100-Charts vertreten, und zusammen machen sie ein Drittel der Bestenliste der Stadthotels aus. New York glänzt mit zwölf Hotels, gefolgt von London mit acht sowie Paris, Shanghai und Tokio mit jeweils fünf.

In Manhattan geben derzeit die beiden Glamourhotels Mandarin Oriental New York (Rang 2) und Four Seasons New York (Rang 5) den Ton an, doch hier begeistert ebenfalls die Szene der nicht zu einer großen Hotelgruppe gehörenden Betriebe wie das The Mercer (Rang 11).

Das spektakulärste Revival unter den Stadthotels ist in diesem Jahr nach vierjähriger Renovierung der Hoteldiva La Mamounia (Rang 7) in Marrakesch gelungen. Hier wurde das Beste der Atmosphäre aus den Zwanzigerjahren in etwas berauschend Neues überführt. Der üppige Hotelpark, das Spa, der von Innenarchitekt Jacques Garcia perfekt inszenierte Vintage-Chic und die überaus gut geschulten Mitarbeiter versetzen die Gäste in eine unvergleichliche eigene Welt.

Und genau darum geht es: Hotel-legenden wie das The Peninsula Hong Kong (4), Mandarin Oriental Bangkok (9), Le Meurice (10) in Paris zählen vor allem darum zu den Weltbesten, weil sie tempelartige Oasen inmitten der City sind und dabei das Lebensgefühl ihrer Stadt so vital verkörpern, dass sich auch urbane Menschen zu Hause fühlen.

Luxuriöse Naturerlebnisse

Anders ist die Vision der Betreiber der Ferienhotels, bei denen es immer darum geht, Gäste dazu zu bringen, schnell alles zu vergessen, was sie an mentalem Ballast mitgebracht haben. Bei der Southern Ocean Lodge, der neuen Nummer eins unter den weltbesten Ferienhotels, funktioniert das selbst bei Sauwetter an einem so entlegenen Ort wie dem südaustralischen Kangaroo Island. Wer einmal hier ankommt, will nirgendwo anders mehr hin. Innenräume und Natur gehen nahtlos ineinander über, die ökologisch nachhaltig konzipierte Architektur stellt ästhetische Gelassenheit her. Wohltuend bei der schnörkellosen Einrichtung ist der Verzicht auf die sattsam bekannten Design-klassiker. Stattdessen: handgefertigte Möbel aus einheimischen Materialien, die zum Anfassen einladen. Der Gast spürt, dass er hier von bedachtsam ausgewählten Materialien umgeben ist, von Dingen, die eine Geschichte erzählen. Die 21 Suiten sind durch ein paar Treppenstufen in einen Wohn- und einen Schlafbereich unterteilt, von allen Räumen blickt man aufs Meer. Die Natur ist auch Leitmotiv in Restaurant und Spa: organische Produkte, die möglichst aus der Region stammen.

Luxus der Weite

Und welche Gäste treffen dort aufeinander? Verwöhnte Individualisten, die Erlebnisse der Superlative suchen. Hier wandern sie über den Klippen, surfen, picknicken mit Koalas und Kängurus, begleiten den Ranger bei kostenlosen Wildlife-Ausflügen im "Zoo ohne Zäune" und bedienen sich im Weinkeller (alle australischen Weine sind im Zimmerpreis inbegriffen). Manche Gäste bleiben tagelang auf ihrem Zimmer und lassen die Magie des Ortes auf sich wirken.

Auch das zweitplatzierte Schloss Elmau Spa & Cultural Hideaway in Oberbayern huldigt dem Luxus von Weite und Sinnlichkeit. Neben dem vielfältigen Spa-, Kultur- und Freizeitangebot fasziniert hier die jederzeit fühl- und erlebbare Natur. Jeder Gast findet sein ganz individuelles Lieblingsplätzchen – ohne die in anderen Hotels übliche Einschränkung, sich nur dorthin setzen zu dürfen, wo es der Architekt vorgesehen hat. Mehrmals täglich lassen sich die Welten wechseln, es gibt immer wieder Neues zu entdecken, und das gilt drinnen wie draußen. "Schloss Elmau ist für viele eine Art Homeland geworden", weiß Dietmar Müller-Elmau, „sie kommen jedes Jahr zum Entspannen und treffen auf alte und neue Bekannte.“

Gleich zwei markante Aufsteiger in der Rangliste der Ferienhotels liegen an der Côte d’Azur. Sie stehen für sehr unterschiedliche Interpretationen von Luxus im 21.  Jahrhundert. La Réserve Ramatuelle (5) bei Saint-Tropez verzichtet auf alles Überflüssige, nicht aber auf luftig-elegante Architektur und die hohe Kunst der Dienstleistung. Die kräftig gelüftete und geliftete Schönheit Grand-Hôtel du Cap-Ferrat funktioniert heute genauso gut wie vor 100 Jahren, als die goldene Küste ihre erste touristische Invasion erlebte.

Dass sich moderne Klassiker wie La Residencia (7) auf Mallorca, Amanpuri in Phuket (8) oder Auberge du Soleil (10) auf den vordersten Rängen halten, dass sie die erbarmungslose Konkurrenz durch immer neue Resorts hinter sich lassen, liegt an der passionierten Führung. Wenn Mitarbeiter so offensichtlich Vergnügen an ihrer Arbeit haben, dann kann es den Gästen nicht anders ergehen.

So wurde gewertet

Die Rangliste besteht aus vier Faktoren:

Top-Hoteliers Die Ergebnisse basieren auf einer Umfrage bei 128 Hoteliers. Diese erstellten Ranglisten der zehn Hotelfavoriten.

Hoteltests Die Resultate basieren auf mehr als 400 Hotelbesuchen in 18 Monaten.

Führer und Magazine Eingerechnet werden die Einstufungen von "Michelin", "Der Feinschmecker" sowie von internationalen Ratings in Publikationen wie "Condé Nast Traveller".

Reisemanager Zusätzlich befragt werden 75 Hotelsachverständige, Reisebüroberater und Travel- und Eventmanager führender Unternehmen und Tagungsveranstalter.

Das Hotelranking wird einmal im Jahr von der Schweizer Zeitschrift "Bilanz" ermittelt.

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