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HWI Analytik - Arzneimittel unter der Lupe

Aus der WirtschaftsWoche Nr. 30 vom 17.07.1997 Unbekannte Wirkung

Stefan Wissel nimmt der Pharmaindustrie nicht nur ein mühsames Geschäft ab, sondern eröffnet ihr auch enorme Sparpotenziale: Der 35-jährige Pfälzer liefert den Pharmakonzernen mit seinem Unternehmen HWI Analytik in Rheinzabern geprüfte Reinsubstanzen. Die Marktlücke hat ihm der Gesetzgeber eröffnet, der von der Pharmaindustrie immer strengere Nachweise über ihre Wirkstoffzusammensetzungen mit entsprechenden Dokumentationen verlangt. Diese können durchaus auch mal bis zu 100 Seiten lang werden. Weil sich nicht jeder Pharmaproduzent diese aufwendigen Labortests und ihre Dokumentation leisten mag, bietet der promovierte Pharmazeut Wissel fertige Analysen an. Bislang mussten die Hersteller Einzeluntersuchungen anfertigen lassen, die mindestens 30 Prozent teurer waren als Wissels Komplettservice. Vor allem beliefert der Labordienstleister Hersteller von pflanzlichen Arzneimitteln. Diese sind zwar oft schon jahrzehntelang erfolgreich am Markt, kennen aber die Inhaltsstoffe ihrer Produkte oft nicht bis ins letzte Detail. Zu seinen Kunden gehören heute - nach der Gründung vor sechs Jahren - namhafte Unternehmer wie der Naturheilmittelhersteller Kneipp. Weitere Geschäfte verspricht sich Stefan Wissel von der Europäischen Union und ihrer einheitlichen Gesetzgebung: Wenn die Forderung nach detaillierten Nachweisen in der ganzen EU gültig wird, werden auch etliche Pharmaproduzenten in anderen Ländern zu potenziellen Wissel-Kunden. Im Jahr 1997 beschäftigt der Pfälzer zehn Mitarbeiter, Tendenz steigend. Über Umsatzzahlen schweigt er sich aus. Sein Investitionsvolumen allein in die Technik beläuft sich mittlerweile auf rund 600000 Mark (rund 307000 Euro).

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