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Hypo Real Estate Hauptversammlung mit Tumult wie geplant

Die Liste der Wortmeldungen auf der Hauptversammlung verspricht einen Aussprache-Marathon bis in die Nacht - und ein langes gerichtliches Nachspiel. Alles wie erwartet, meint WirtschaftsWoche-Redakteurin Anke Henrich.

Michael Endres, Quelle: AP

Es gibt Sätze, die kann man im Laufe eines Tages fürchten lernen: "Was ich fragen wollte, haben meine Vorgänger schon gefragt. Aber ich möchte doch noch einiges anschließen." So beginnt der nächste Aktionär seine Rede. Vielleicht hat er sich die Worte eines Vorredners zu Herzen genommen: "Unsere einzige Chance als Kleinaktionäre ist, diese Versammlung zu sprengen. Sie ist bis 24 Uhr angesetzt und wenn wir sie mit Anträgen zur Geschäftsordnung rauszögern, muss sie komplett neu angesetzt werden." Soll heißen: Es könnte nicht über die angestrebte Kapitalerhöhung abgestimmt werden.

Die ganze Veranstaltung ist ein Rennen gegen die Zeit. Inzwischen hat Endres als Versammlungsleiter die Redezeit von zehn Minuten auf drei Minuten begrenzt, schließlich stehen um 14.30 Uhr immer noch 40 Beiträge aus.

Anwälte in den Startblöcken

Aber im Grunde ist es ganz egal: Angefochten wird die Entscheidung der Hauptversammlung so oder so, das Aktienrecht macht's möglich, schon weil Vorstand und Aufsichtsrat nicht alle gestellten Fragen beantwortet haben. Ein Redner erklärt, er habe sich heute bereits ans Verfassungsgericht gewandt. Diverse Kanzleien dürften sich schon warm laufen, wer will sich nicht als Anlegeranwalt - für private wie für institutionelle Investoren - profilieren? Kanzlei Rotter ist auch schon da.

In der Zwischenzeit sammeln fleißige Helferinnen die Stimmzettel für die Abwahl des Versammlungsleiters ein. Um 14.45 Uhr verkündet Versammlungsleiter Endres, dass Versammlungsleiter Endres mit einer Mehrheit von 99 Prozent der Stimmen nicht abgewählt wird. Er dankt für das Vertrauen. Wohl vor allem dem des Großaktionärs.

Um 15.15 Uhr fordert der Bio-Rhythmus auch auf dem Podium erste Opfer. Das Auditorium, am Morgen noch mit 1900 Aktionären und Aktionnärsvertretern besetzt, ist längst nur noch zur Hälfte besetzt und manch einer der Vorstände oder Aufsichtsräte sieht aus, als wünschte er sich, er könnte wie ein popeliger Kleinaktionär einfach mal verschwinden. Und als ob er sich die Frage stelle, ob eine Demokratie, in der jeder niederbayerische Bauer mit einer HRE-Aktie Rederecht hat, wirklich das Optimale ist.

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