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Ikea Möbel-Riese Ikea stößt an Wachstumsgrenzen

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Sparsamkeit als Grundpfeiler

Zunächst verkaufte Kamprad diverse Konsumgüter, ab 1947 bot er auch Möbel an. Vier Jahre später erschien der erste IKEA-Katalog – und der ist bis heute eine der tragenden Säulen des Konzerns geblieben. 1958 eröffnete Kamprad sein erstes Möbelhaus in Älmhult und setzte dabei erstmals auf das Konzept, dass ihn später so bekannt machen sollte: Dem Selbsttransport der Möbel durch die Kunden. Da ihn die schwedische Möbelindustrie zu Beginn der 1960er-Jahre wegen seiner Niedrigpreise boykottierte, verlegte Kamprad seine Produktion mitten im kalten Krieg ins Billiglohnland Polen – und schuf so einen weiteren Pfeiler für seinen Erfolg.

Kamprad ist mit seinen Möbel-Selbstbausätzen längst zu einem der reichsten Männer der Welt geworden und hat seinen Wohnsitz steuerschonend in die Schweiz verlegt. Doch persönlich gilt er als äußerst sparsam, und diese Kultur hat er auch seinem Unternehmen verordnet: Kamprad reist grundsätzlich zweite Klasse, schläft in billigen Hotels und schreckt bei seinen Einrichtungshaus-Besuchen auch vor langen Fußmärschen von der S-Bahn-Station nicht zurück – trotz seiner mittlerweile 83 Jahre.

Über ein Geflecht von Stiftungen hat die Kamprad-Familie Ikeas Finanzen fest in der Hand – auch wenn er erst vor wenigen Wochen die Führung des Konzerns an den Manager Mikael Ohlsson übertragen hat. Seine drei Söhne, die alle im Unternehmen mitarbeiten, kamen dabei nicht zum Zug. Der Job sei zu anstrengend, gab Kamprad als Begründung an.

Stockende Expansion

Der neue Ikea-Chef Ohlsson ist allerdings kein Branchenfremder, sondern ein Ikea-Eigengewächs. Er hat als Verkäufer in der Ikea-Teppichabteilung begonnen und im Konzern eine Bilderbuchkarriere hingelegt: Zuletzt leitete der 51-jährige begeisterte Harley-Davidson-Fahrer das Geschäft in Amerika, davor war er Chef der Entwicklungsabteilung.

Doch Ohlsson steckt in einer schwierigen Situation: Ikea hat in den letzten Jahren einen kräftigen Expansionskurs gefahren. Allein in Deutschland hat Ikea in den vergangenen  fünf Jahren 12 neue Einrichtungshäuser eröffnet. Anfang dieses Jahres kam eine neue Filiale in einem Vorort von Köln hinzu. Mitte 2010 soll in Berlin-Lichtenberg ein weiteres Einrichtungshaus die Tore öffnen. 2012 sollen Häuser in Lübeck und Hamburg dazukommen.

Die Expansionsstrategie hat dem Unternehmen gute Umsätze beschert. Doch jetzt stößt es in seinen wichtigsten und umsatzstärksten Märkten Deutschland, Großbritannien und  Frankreich an seine Grenzen. Zwar sieht und Ikea-Deutschland-Chefin Esser sieht die Sättigungsgrenze noch nicht erreicht. Doch in den großen großen Märkten Hier  ist die Filialdichte bereits sehr hoch.

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