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Immobilien Die Courtage zahlt der Verkäufer

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Umsätze, Courtagen, Bausparkassen

Gleichzeitig tummeln sich, schimpft Blumenauer, immer mehr Autodidakten ohne Immobilienkompetenz im Markt – im Branchenjargon „Küchenmakler“ –, weil das Internet es ihnen leicht macht. Folge: „In den letzten Jahren ist das Image des Maklergewerbes noch einmal drastisch gefallen.“

Nur die Hälfte aller angebotenen Immobilien finden laut IVD mithilfe eines Maklers neue Besitzer, nur noch jede fünfte Vermietung vermittelt ein Makler. Matthias Waltersbacher, Referatsleiter Wohnungs- und Immobilienmarkt beim Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung in Bonn, hält den Trend für unumkehrbar: „Immer mehr läuft ohne Makler.“

Man braucht nur einen Gewerbeschein mit dem Kürzel 34 C, um in diesem Markt aufzutreten. Nur 6000 Makler gehören dem IVD an. Aber selbst dessen Fachkundeprüfung hält Nestbeschmutzer Blumenauer für „diffus“. Hohe Preise bei Immobilienscout – zwei Wochen Top-Listing für ein Objekt kosten heute 49 Euro – sieht er deshalb als Instrument der Marktbereinigung, das den Amateur-Maklern den Spaß verdirbt.

Diese Grundsatzdebatten sind es, die Blumenauer für die Etablierten der Szene zum roten Tuch machen. Hinzu kommt die Angst, allein Blumenauers Marketingaktionen könnten dafür sorgen, dass die deutschen Makler ihre auch im internationalen Vergleich hohen Courtagen senken müssen. In den Niederlanden hat ein Anbieter namens Makelaarsland mit dem Festpreis-Modell innerhalb weniger Jahre rund drei Prozent Marktanteil erobert, und die Makelaarsland-Initiatoren sind Blumenauers Partner.

Außenstehende wie Immobilienscout-Geschäftsführer Jörg Böhm sehen das neue Angebot trotzdem entspannt: Das Internet habe den Immobilienmarkt transparenter gemacht und zugleich Raum für neue Angebotsformen geschaffen. Blumenauer sei ein Innovator, die harsche Reaktion auf ihn „kann ich nicht nachvollziehen“, sagt Böhm Und der Immobilienexperte Waltersbacher glaubt: „Das Kostenbewusstsein ist inzwischen vorhanden, der Markt braucht Veränderungen.“

Selbst einige Betroffene wie der Berliner Sascha Hettrich, der der deutschen Sektion des internationalen Maklerverbandes RICS vorsitzt, sehen das so: „Die Honorare in Deutschland sind zu Recht unter Druck, weil sie im internationalen Vergleich zu hoch sind. Die Diskussion darüber kann man nicht unter den Tisch kehren.“

Danach machte Harald Blumenauer zum zweiten Mal Karriere, er wurde Mit-Geschäftsführer beim Online-Portal Immobilienscout. Hier sorgte er mit dafür, dass sich die Internet-Börse vom verhassten Konkurrenten zum wichtigsten Vertriebspartner der Branche entwickelte.

Blumenauer war ganz oben, ein Repräsentant seiner Branche. 2004 trieb er die Fusion von RDM (Ring Deutscher Makler) und VDM zum Immobilienverband Deutschland (IVD) maßgeblich voran, dessen Bundesvorstand er bis Mitte 2007 angehörte.

Kein Wunder, dass sich IVD-Vizepräsident Jürgen Michael Schick spürbar schwer tut, wenn er auf die Causa Blumenauer angesprochen wird. Ja, der IVD prüft zurzeit, welche „Möglichkeiten der Vereinsordnungsgewalt“ er gegen Blumenauer nutzen will – es gebe da eine „bunte Klaviatur“. Ja, das sei Thema der nächsten Sitzung des IVD-Bundesvorstands Ende Januar. Wann genau, will Schick nicht verraten.

Der IVD geht auf Konfrontation zu Blumenauer, weil der seit Oktober 2007 – dies ist der Start der dritten Karriere – mit einem frechen Geschäftsmodell die Regeln des Immobilienvermittlungsmarktes schlicht ignoriert. iMakler, wie er sein Unternehmen nennt, nimmt nicht die hierzulande üblichen sechs bis sieben Prozent des Kaufpreises einer Immobilie, die der Käufer meist alleine zahlt und die sich bei einem 300.000-Euro-Haus inklusive Mehrwertsteuer auf fast 26.000 Euro addieren. iMakler nimmt stattdessen, unabhängig vom Wert der Immobilie, genau 995 Euro Festpreis. Den zahlt der Verkäufer, sobald er iMakler den Auftrag erteilt hat – also nicht nur bei erfolgreicher Suche nach einem Käufer.

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