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Immobilienbranche Wachstumsrausch dank Einkaufszentren

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Die amerikanische Quelle: dapd

Peter Axmann, Leiter des Unternehmensbereichs Immobilienkunden der HSH Nordbank, bestätigt: „Bei Einzelhandelsimmobilien haben viele institutionelle Anleger großen Nachholbedarf.“ Auch Fondsmanager verlagern deshalb die Gewichtung in ihren Portfolios verstärkt Richtung Immobilien und innerhalb dieses Bereichs Richtung Einzelhandel.

Eine Umfrage des deutschen Makler- und Beratungsunternehmens Comfort unter deutschen Lebensversicherungen hat unlängst ergeben, dass zwei Drittel der befragten Investoren an Einzelhandelsimmobilien großes Interesse haben. „Deutsche Immobilien und gerade auch deutsche Einzelhandelsimmobilien haben bei nationalen und internationalen Investoren den Ruf des sicheren Anlagehafens“, sagt HSH-Experte Axmann. „Viele möchten noch 2010 zum Zug kommen.“

Zur Sicherheit der Geldanleger tragen auch die Mietvertragslaufzeiten bei, die im Einzelhandel länger sind als bei Büroobjekten: „10 bis 15 Jahre sind bei Ankermietern die Regel, bis zu 20 Jahre sind möglich“, sagt Hahn-Manager Nave.

Skeptisch beurteilen Profi-Investoren die Chancen des Einzelhandels in hoch verschuldeten Ländern wie Ungarn und Griechenland, die ihre Staatsfinanzen sanieren müssen. Das beobachtet Neil Turner, Leiter des Immobilienfondsmanagements bei der Investmentgesellschaft Schroder Property: „Wo Steuern erhöht und öffentliche Jobs abgebaut werden, geht der Konsum zurück. Dadurch entsteht Druck auf den Einzelhandel und damit auch auf Einzelhandelsimmobilien.“

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    Deutschland und Polen beliebt

    Bei deutschen Büroimmobilien erwartet Turner bis 2014 durchschnittliche Renditen von 6,5 Prozent, bei Einzelhandelsimmobilien 8,0 Prozent. Für noch lukrativer und ähnlich sicher wie in Deutschland hält der Experte Investments in Polen: „Wachstum und Konsumausgaben bis 2014 liegen in Polen weit über dem Durchschnitt der Euro-Zone.“

    Vor diesem Hintergrund kündigten die britische Investmentfirma London and Cambridge Properties und der Berliner Entwickler Ficon Consulting & Real Estate an, innerhalb der kommenden zehn Jahre über eine Zweckgesellschaft 25 Einkaufszentren in Polen zu errichten. Der Hamburger Shoppingcenter-König Alexander Otto erweitert sein Portfolio um die Galeria Kaskada in der Hafenstadt Szczecín – das sechste ECE-Projekt in Polen.

    Lieber nicht zu große Einkaufszentren

    Weiter westlich sind die Erwartungen der Investoren ähnlich hoch. Zu den Anfang 2010 schon 428 Shoppingcentern in Deutschland mit einer Mindestfläche von jeweils 10.000 Quadratmetern kommen nach Angaben des Kölner Beratungsunternehmens EHI Retail bis 2012 über 50 neue Konkurrenten mit einer Gesamtfläche von etwa 1,4 Millionen Quadratmetern hinzu. Mit 37 Projekten überwiegt deutlich die Zahl der Center, die in den Innenstädten errichtet werden.

    Manche Innenstädte belebt dieser Trend, in anderen leeren überdachte Konsumtempel die Straßen – vor allem, wenn die Center überdimensioniert sind. Michael Neubürger, Geschäftsführer beim Frankfurter Einzelhandelsimmobilienspezialisten Treveria, fordert deshalb Beschränkungen: „Die Städte müssen bei der Größe der Verkaufsflächen, die sie genehmigen, Augenmaß beweisen.“

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