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Industrie Völkerwanderung à la Siemens

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Aus drei mach vier

Dabei drohen Reibungsverluste im täglichen Geschäft. Beispiel: Die Aufteilung des Bereichs Mobilität in zwei eigenständige Divisionen – die Herstellung von Straßenbahnen und Schnellzügen einerseits, auf der anderen Seite die Verkehrslogistik inklusive der Systeme für die Bahnautomatisierung. "Ein Mobility-Kunde wie etwa ein Stadtbahnbetreiber muss künftig von verschiedenen Divisionen betreut werden – das dürfte zusätzlichen Abstimmungsaufwand erzeugen", fürchtet ein Arbeitnehmervertreter aus dem Siemens-Aufsichtsrat, der ungenannt bleiben will.

Nicht viel besser sieht es mit der Division Energieverteilung aus, die aus dem Energiegeschäft herausgelöst wird. Das schafft Probleme etwa bei Schaltanlagen, die Produkte aus der Energieverteilung (Sektor Infrastruktur) wie auch der Energieübertragung (Sektor Energie) benötigen.

Löscher hat den Umbauplan Ende März angekündigt und Mitarbeiter wie Investoren überrascht. Noch im November 2010 hatte er die Umbauphase nach seinem Amtsantritt Mitte 2007 für beendet erklärt: "Siemens ist wieder ein normales Unternehmen."

Analysten begrüßen das neuerliche Revirement: "Siemens hat früher als andere den Megatrend Städte erkannt. Hier die Angebotspalette zu bündeln ist positiv", sagt Thomas Wybierek von der Nord/LB. Die wachsende Abhängigkeit von der öffentlichen Hand durch den Aufbau einer eigenen Sektion Infrastruktur ficht Löscher und seinen neuen Spartenchef Roland Busch nicht an. "Städte investieren auch in Zeiten knapper Kassen."

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