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12-Milliarden-Übernahme Nestlé kauft Babynahrungssparte von Pfizer

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Hype um Nespresso nimmt kein Ende

Dabei war 2011 für Konsumgüter-Hersteller kein einfaches Jahr. Und Bulcke rechnet nicht damit, dass dieses Jahr leichter wird. Die Krise lastet wie Blei auf der Stimmung der Verbraucher. Zudem leidet die Branche unter steigenden Rohstoffkosten. Aber Nestlé schafft es, mit Preiserhöhungen gegenzusteuern, ohne das Absatzvolumen einbrechen zu lassen. So stiegen die Verkaufspreise konzernweit um 3,6 Prozent. Die Verkaufsmenge wuchs dennoch um fast vier Prozent.

Erstaunlich: Sogar im krisengeschüttelten Europa konnte Nestlé nicht nur den Absatz steigern (plus vier Prozent), sondern auch die operative Gewinnmarge - um stolze 2,3 Punkte auf 15,6 Prozent.

Analysten und Märkte stört es daher weniger, dass der Umsatz vor allem wegen des starken Schweizer Franken im Vergleich zu 2010 deutlich geschrumpft ist. In der Schweizer Währung ergibt sich ein Umsatzrückgang im Gesamtkonzern von rund zehn Prozent auf 84 Milliarden Franken. Dieser Rückgang erklärt sich neben der Aufwertung des Franken - wodurch Nestlé Währungsverluste auf seinen ausländischen Absatzmärkten erleidet - vor allem mit dem Verkauf der Augenheilmittel-Sparte Alcom im August 2010.

Dennoch konnte Nestlé das Ergebnis verbessern. Hierbei wirkten sich vor allem niedrige Kosten aus. Der Reingewinn stieg auf vergleichbarer Basis um 8,1 Prozent auf 9,5 Milliarden Franken (7,6 Milliarden Euro). Im Vorjahresergebnis war der Buchgewinn aus dem Alcom-Verkauf enthalten. Die Dividende soll um zehn Rappen auf 1,95 Franken je Aktie erhöht werden.

Am stärksten gewachsen ist Nestlé in der Region Asien, Ozeanien und Afrika, wo die Verkäufe um 11,9 Prozent auf 15,3 Milliarden Franken kletterten. Fast fünf Milliarden Franken erlösten die Schweizer in China. Dort hatte der Konzern 2011 seine Präsenz mit der Beteiligung am Süßwarenhersteller Hsu Fu Chi gestärkt. Zudem ging man eine Kooperation mit dem Milchanbieter Yinlu Foods ein. Nestlé-Chef Bulcke setzt auf solche lokalen Joint Ventures, um nahe am Konsumenten zu sein. Bis 2020 will Nestlé die Hälfte des Umsatzes in Wachstumsregionen erzielen.

Von den Marken scheint der Hype um die Kaffee-Marke Nespresso kein Ende zu nehmen. Die Absätze von Nespresso wuchsen um mehr als 20 Prozent, das ist der höchste Einzelwert einer Nestlé-Marke. Nestlé benötigte weniger als ein Jahresergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, um seine Schulden von 14 Milliarden Franken komplett zu tilgen.

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