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12-Milliarden-Übernahme Nestlé kauft Babynahrungssparte von Pfizer

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„Längerfristig ein guter Schachzug“

Nestlé lässt sich die Babynahrungssparte von Pfizer 12 Milliarden Dollar kosten. Quelle: Reuters

Die Übernahme, die noch von den zuständigen Behörden genehmigt werden muss, werde sich sowohl bei Wachstum und Margen wie auch in Bezug auf den Gewinn je Aktie im ersten vollendeten Jahr positiv auf den Konzern auswirken, erklärte der Nestle.

Auf den ersten Blick ist der Kauf für Nestle laut einem Zürcher Aktienhändler kein Schnäppchen. „Aber wenn man sieht, welche Ergebnisse Nestle von Quartal zu Quartal vorlegt, ist das längerfristig bestimmt ein guter Schachzug“, sagte er. Nestle, bekannt auch für Marken wie Maggi-Suppen, Nespresso-Kaffeesystemen, KitKat-Schokoriegeln, aber auch Kindernahrungsmittelmarken wie Gerber und Cerelac setzte im letzten Jahr knapp 84 Milliarden Franken (70 Milliarden Euro) um und kam auf einen Gewinn von 9,5 Milliarden Franken. Die liquiden Mittel beliefen sich Ende 2011 laut einer Bilanzauswertung der Zürcher Kantonalbank auf knapp acht Milliarden Franken.

Nach Ansicht von Händlern könnte die Nestle-Aktie wegen des hohen Kaufpreises erst einmal etwas unter Druck geraten. Am heutigen Montag wird die Aktie allerdings auch ex-dividende gehandelt. Nestle schüttet 1,95 Franken pro Akte aus. Gestillt ist der Übernahme-Appetit von Nestle wohl noch nicht. Die „Financial Times Deutschland“ berichtete, die Schweizer seien an dem Tiefkühlkonzern Iglo interessiert.

Ernährungsindustrie



Der Markt für Babynahrungsmittel ist für die Lebensmittelkonzerne deshalb so interessant, da Experten in den kommenden Jahren mit einem deutlichen Wachstum in dem Segment rechnen. Das Marktforschungsinstitut Euromonitor International rechnet bis 2016 mit einem Umsatzplus mit diesen Produkten von sechs Prozent jährlich. 2011 lag der Umsatz mit spezieller Babynahrung bei knapp 41 Milliarden Dollar.

Vergangene Woche hatte Nestlé sehr überzeugende Quartalszahlen vorgelegt. Mit einem organischen Wachstum von mehr als acht Prozent im vierten Quartal hat Nestlé die Wettbewerber Danone (plus 7,8 Prozent), Unilever (plus 6,6 Prozent) klar hinter sich gelassen. Im Gesamtjahr schafften die Schweizer ein Plus von 7,5 Prozent.

„Nestlé legt hervorragende Ergebnisse bei einem sehr guten Quartal vor und übertrifft erneut die Konkurrenz“, lobten die Analysten der Bank Vontobel. Auch Konzern-Chef Bulcke war zufrieden: „Wir erzielten 2011 eine gute Leistung sowohl in den aufstrebenden Märkten als auch in den Industrieländern.“

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