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3,4 Milliarden Euro Merck verkauft Sparte für rezeptfreie Medikamente an Procter & Gamble

Merck überlässt für 3,4 Milliarden Euro sein Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten dem US-Konzern Procter & Gamble.

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Consumer-Health-Sparte geht an den US-Konzern Procter & Gamble. Quelle: dpa

Darmstadt Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck verkauft für 3,4 Milliarden Euro seine globale Consumer-Health-Sparte an den US-Konsumgüterhersteller Procter & Gamble (P&G). Das gab Merck am Donnerstagmorgen bekannt. Falls die Aufsichtsbehörden zustimmen, soll die Transaktion zum Ende des vierten Quartals 2018 vollzogen werden.

Die Entscheidung kommt überraschend: Kürzlich hieß es noch, dass die Sparte an den US-Konzern Mylan gehen könnte. Mit dem Verkauf will Merck in erster Linie die Nettoverschuldung von derzeit gut zehn Milliarden Euro reduzieren. Im Jahr 2017 machte Merck mit dem Consumer-Health-Geschäft einen Umsatz von 911 Millionen Euro.

Die Transaktion wird über den Verkauf von Anteilen an mehreren Merck-Tochtergesellschaften sowie im Wege weiterer sogenannter Asset Deals durchgeführt. Sie umfasst das Consumer-Health-Geschäft in 44 Ländern mit mehr als 900 Produkten und zwei von Consumer Health geführten Produktionsanlagen in Spittal (Österreich) und Goa (Indien).

Rund 3.300 Mitarbeiter, im Wesentlichen von Consumer Health, sollen nun zu P&G wechseln. Der Verkauf des globalen Consumer-Health-Geschäfts umfasst bislang zwar noch nicht das französische Consumer-Health-Geschäft. Für das hat P&G jedoch ebenfalls ein Angebot abgegeben. Für das Geschäft in Indien wurde vereinbart, dass P&G die Mehrheitsbeteiligung von Merck an der börsennotierten indischen Merck Ltd. erwirbt und in der Folge den Minderheitsaktionären ein Pflichtangebot macht.

„Der Verkauf des Consumer-Health-Geschäfts ist ein wichtiger Schritt in der strategischen Ausrichtung von Merck auf innovationsgetriebene Geschäfte in den Bereichen Healthcare, Life Science und Performance Materials“, sagte Stefan Oschmann, Vorsitzender der Geschäftsleitung und CEO von Merck.

Im September 2017 hatte Merck bekannt gegeben, strategische Optionen für sein Consumer-Health-Geschäft vorzubereiten, darunter einen möglichen vollständigen oder teilweisen Verkauf des Geschäfts sowie strategische Partnerschaften.

Die Consumer-Health-Branche befindet sich derzeit relativ stark in Bewegung. Zuletzt verkaufte Novartis seinen Anteil von 36,5 Prozent am Consumer-Health-Gemeinschaftsunternehmen für 13 Milliarden Dollar an den Partner Glaxo Smithkline. Das entspricht etwa dem 3,6-Fachen des Umsatzes und dem 18-Fachen des Betriebsgewinns (Ebitda).

Auch der US-Pharmariese Pfizer will sich von seiner Consumer-Sparte trennen, ebenso wie zuvor bereits der US-Pharmakonzern Merck & Co (der keinerlei Verbindung zur deutschen Merck-Gruppe hat) und der deutsche Pharmakonzern Boehringer Ingelheim. Das Geschäft von Boehringer hat der französische Pharmariese Sanofi übernommen, die Consumer-Sparte von Merck & Co erwarb bereits 2014 der Bayer-Konzern.

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