Abgasskandal Arbeitsgericht zu „Dieselgate“: VW kündigte Ex-Motorenchef zu Unrecht

Der Ex-Manager hatte sich juristisch gegen seinen Rauswurf gewehrt. Das Arbeitsgericht Braunschweig erklärte die Kündigung nun für unzulässig.

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Der Konzern hatte einem ehemaligen Motorenchef wegen der Dieselaffäre gekündigt. Quelle: dpa

Das Arbeitsgericht Braunschweig hat die Kündigung eines ehemaligen Volkswagen-Motorenchefs wegen der Dieselaffäre durch den Konzern für unzulässig erklärt. Das Verhalten des Mannes sei „nach der Würdigung aller Umstände und dem Ausgang der Beweisaufnahme nicht als Pflichtverletzung“ einzustufen, begründete die Kammer ihre Entscheidung am Donnerstag.

Der Ex-Manager hatte sich juristisch gegen seinen Rauswurf gewehrt (Az.: 6 Ca 244/18 B). Die Richter gaben der entsprechenden Klage nun „ganz überwiegend“ statt.

Kernfrage des Streits war, ob die Führungskraft bei einem Treffen mit leitenden Technikern im November 2006 zumindest implizit die Weiterentwicklung einer manipulativen Softwarefunktion genehmigte. Diese aktivierte die volle Reinigung von Dieselabgasen nur in Tests.

Im Straßenbetrieb – wenn also niemand genau hinsah – stießen VW-Autos dagegen deutlich überhöhte Mengen an Stickoxiden (NOx) aus. Als dies später schließlich nach Rückrufen sowie Analysen von Wissenschaftlern und Behörden in den USA aufflog, war der Dieselskandal in der Welt.

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