Absage Familienfest im Bochumer Opel-Werk abgesagt

Ab 2016 stellt Opel keine Fahrzeuge mehr in Bochum her: Die Meldung verkündete in den vergangenen Tagen das Aus für den Standort. Nun wurde auch das Jubiläumsfest für Werksangehörige und Freunde der Marke Opel abgesagt.

Die kultigsten Opel-Modelle
Als erstes Auto rollt der " Lutzmann" im Jahre 1899 in Rüsselsheim aus der Opel-Fabrik. Der Kraftwagen mit 4 PS und Einzylinder-Heckmotor mit Wasserkühlung, nach den Plänen des Dessauer Hofwagenbaumeisters Friedrich Lutzmann ähnelt einer Pferdekutsche. Lutzmann hatte seine 'Anhaltinische Motorenwagenfabrik' zuvor an den erfolgreichen Fahrrad- und Nähmaschinenhersteller Opel verkauft. Quelle: dpa
Der Laubfrosch war ab 1924 das erste deutsche Auto, das am Fließband gebaut wurde. Das mutmaßliche Plagiat eines Citroën-Modells wurde in grüner Lackierung verkauft und machte wegen seines vergleichsweise günstigen Preises Opel zum größten Autohersteller im deutschen Reich.
Der Opel Olympia war 1935 der erste deutsche Serienwagen mit selbsttragender Stahlkarosserie und wurde nach dem Krieg als 'Rekord' nach US-Vorbildern neu entwickelt. Bis heute Kult bei Youngtimer-Freunden ist der bis 1972 gebaute Rekord C, der auch als Coupé zu haben war.
Die Modelle Kapitän (Foto), Admiral und Diplomat konkurrierten in der Oberklasse bis 1977 mit den Limousinen von Mercedes-Benz. Mindestens sechs Zylinder waren bereits in den 30er-Jahren Pflicht, der Diplomat verfügte in den 70ern sogar über einen 8-Zylinder von Chevrolet. Nach dem Weltkrieg war das Design der Opel-Straßenkreuzer zeitweise sehr amerikanisch. Quelle: REUTERS
Der Opel Admiral B wurde von 1969 bis 1977 gebaut. 1972 wird der Kühlergrill verändert - mit waagerechten Rippen und Opel-Emblem. 1976 bekommt das Armaturenbrett ein frisches Design.
Im Sommer 1965 debütiert das Opel Diplomat V8 Coupé. Der elegante Zweitürer basiert auf der gleichnamigen Limousine, mit der Opel seit 1964 wieder in der automobilen Oberklasse vertreten ist. Das Coupé fertigt der Karosseriebauer Karmann, bis 1967 laufen 347 Exemplare vom Band. Quelle: Opel
Die erfolgreichste Baureihe Kadett/Astra startete 1962 als Käfer-Herausforderer im neu errichteten Werk Bochum. Erfolgreich war und ist der 1991 in Astra umgetaufte Millionenseller auch als Coupé und Caravan. Ein bereits vor dem Krieg gebauter Kadett wurde später als Moskwitsch 400 auf den alten Bändern in der Sowjetunion gebaut. Quelle: dpa
Mit unterschiedlichen Typen des Mittelklasse-Wagen Ascona gewann Rallyefahrer Walter Röhrl 1974 Europameister, 1982 auch die Weltmeisterschaft. Quelle: Opel
Das technisch identische Coupé Manta eignete sich vor allem in der späteren Variante Manta B für Tuningversuche halbstarker Möchtegern-Rennfahrer. Quelle: dpa

Die für den 15. Dezember geplante Veranstaltung findet aus "Sicherheitsgründen" nicht statt. Noch gestern Abend hatte Opel-Vorstand Thomas Sedran die Absicht, das "Familienfest" zu besuchen. Die Entscheidung sei von der Werksleitung in Abstimmung mit der Stadt Bochum getroffen wurden. Werksleiter Manfred Gellrich sagte in einer Pressemitteilung, dass die Veranstaltung als Familienfest beantragt und genehmigt war. Nun aber angesichts der Diskussion um die Zukunft des Bochumer Fahrzeugbaus zu erwarten sei , dass die Veranstaltung einen anderen Charakter bekomme. In gemeinsamen Gesprächen mit der Stadt Bochum wurden die veränderten Rahmenbedingungen erörtert. Unter Abwägung aller aktuellen Erkenntnisse sei man gemeinsam zu dem Ergebnis gekommen, dass die geplante Feier unter den geplanten Sicherheitsaspekten nicht mehr möglich ist.

Er bat bei den Mitarbeitern, und allen Beteiligten um Verständnis für diese Entscheidung.

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Am 15. Dezember sollte der 50. Geburtstag des Werks gefeiert werden. Ein geplanter Tag der offenen Tür sei vom Vorstand bereits zweimal verschoben wurden. Im Laufe der Woche hatte der Betriebsratschef den Vorstand gewarnt und gesagt, dass sich das Opel-Management auf kalten Gegenwind einstellen müssen. Es war bekannt geworden, dass der Auto-Hersteller Opel die Autoproduktion in Bochum2016 stilllegt. Bis zu 3000 Stellen könnten wegfallen, das Warenverteilzentrum mit derzeit 430 Beschäftigten soll aber erhalten und sogar ausgebaut werden. Die Gründe für die Entscheidung liegen den Angaben des Opel-Chefs Sedran zufolge in der schwachen Nachfrage in den europäischen Automärkten sowie in den Überkapazitäten der Branche.

Mit Material von dpa.

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