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Airbus-Chef Enders wehrt sich gegen Korruptionsvorwürfe

Der Verdacht, dass es bei Airbus eine schwarze Kasse gibt, steht im Raum. In mindestens vier Ländern wird gegen das Unternehmen ermittelt. Jetzt wehrt sich Chef Tom Enders gegen die Vorwürfe.

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In der Affäre geht es nicht nur um mögliche Milliardenstrafen für den Konzern. Es geht auch um das Ansehen von Enders. Quelle: dpa

Toulouse Airbus-Chef Tom Enders wehrt sich gegen den Vorwurf, sein Unternehmen habe über Jahre hinweg bestochen, um an Flugzeugaufträge zu kommen. Den Verdacht, es gebe eine schwarze Kasse im Unternehmen, weist er im Interview mit dem Handelsblatt zurück. „Ich habe keine und ich kenne keine“, sagte er. „Bis zum Beweis des Gegenteils“ gehe er davon, dass es definitiv keine schwarzen Kassen bei Airbus gebe. Um klare Antworten zu bekommen, stelle man den eigenen Laden auf den Kopf.

Airbus sieht sich in mindestens vier Ländern mit Ermittlungen konfrontiert. Dabei geht es um Schmiergeldzahlungen beim Verkauf von Kampfflugzeugen („Eurofighter“), aber auch von Verkehrsflugzeugen. Laut Enders funktioniert die Governance bei Airbus bestens. „Sonst hätten wir nicht 2014 die Zahlungen gestoppt, mit viel Geld externe Untersuchungen begonnen, die Selbstanzeige gemacht. Niemand war naiv darüber, was das für Konsequenzen haben kann für das Unternehmen“.

Die Praxis, dass milliardenschwere Gegenschäfte für erhaltene Aufträge vereinbart werden, bestätigte Enders: „Ja, die gibt es immer noch im weltweiten Rüstungsgeschäft“. Enders sagte dazu weiter: „Wir als Industrie sind sicher keine Freunde davon. Man kann sie aber auch nicht in Bausch und Bogen kriminalisieren, wie das gerne und vor allem neuerdings in Österreich getan wird.“

In der Affäre geht es nicht nur um mögliche Milliardenstrafen für den Konzern. Es geht auch um das Ansehen von Enders. „Wenn es hart auf hart kommt, zählt für mich zweierlei: Erstens: Was ist das Beste für das Unternehmen? Und zweitens: Wie schütze ich meine persönliche Reputation und Integrität?“ Enders versicherte zudem: „Ich klebe nicht an meinem Job. Verlassen Sie sich darauf: Wenn ich nicht mehr Teil der Lösung bin, dann hoffe ich, dass ich das selbst erkenne und von mir aus die Konsequenzen ziehe – aber noch sehe ich den Punkt weiß Gott nicht“. Das Unternehmen sieht Enders durch die Vorwürfe nicht in der Krise. „Wir schließen weiter große und kleine Deals ab, wir bauen weiterhin sehr gute Flugzeuge und die sind auch bei den Kunden überaus gefragt.“

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