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Airbus Flugzeugkonzern bleibt trotz Billionen-Auftragsbestand vorsichtig

Airbus profitiert weiter von der hohen Nachfrage nach seinen Linienfliegern. Der Flugzeugkonzern zeigt sich trotzdem vorsichtig und sagt für 2016 einen stagnierenden Betriebsgewinn voraus.

Der Mittelklasse-Flieger von Airbus
Mit dem Erstflug des Verkaufschlagers A320neo hat Airbus im Kampf um die Vorherrschaft bei Mittelstreckenflugzeugen ein Etappenziel erreicht. Der für bis zu 180 Passagiere konzipierte Flieger startete am Donnerstag in Toulouse zu einem für sechs Stunden konzipierten Erstflug. Quelle: dpa
Von der Weiterentwicklung der alten A320 erhofft sich der europäische Flugzeugbauer, mit besseren Verbrauchswerten den Erfolg in der am meisten verkauften Flugzeugklasse zu sichern. Durch neue Triebwerke und aerodynamische Flügelenden, Sharklets genannt, soll der Treibstoffverbrauch um 15 Prozent sinken. Quelle: REUTERS
Für das Flugzeug liegen nach Airbus-Angaben bisher knapp 2500 feste Bestellungen vor. Für die gesamte Klasse der Kurz- und Mittelstreckenmaschinen mit nur einem Mittelgang, zu der auch die A319 und die A321 gehören, sind gut 3300 Aufträge von mehr als 60 Kunden verzeichnet. Die US-amerikanische Airbus-Konkurrenz Boeing setzt in diesem Marktsegment mit der 737-MAX ebenfalls auf eine Neuauflage ihrer Mittelstreckenjets. Quelle: REUTERS
Airbus will die laut Listenpreis knapp 79 Millionen Euro teure A320neo auch am Standort Hamburg bauen. Die ersten Exemplare der 2010 angeschobenen Neuentwicklung sollen im kommenden Jahr an Qatar Airways und die deutsche Lufthansa ausgeliefert werden. Für die Testphase hat Airbus acht Flugzeuge konzipiert, sechs davon werden in Hamburg montiert. Auch die Auslieferung des ersten Exemplars an einen Kunden soll in der Hansestadt erfolgen. Quelle: dpa
Für die große Nachfrage nach der A320-Familie will Airbus die Produktion des Jets steigern. Derzeit werden monatlich 42 Maschinen in dieser Klasse gefertigt. Bis 2016 will Airbus vier Jets mehr schaffen und dann 46 Mittelstreckenflieger pro Monat bauen. Davon sind etwa 22 Flugzeuge für die Endmontage in Hamburg vorgesehen. Dort wird auch der Rumpf für alle Modelle der Familie gefertigt. Quelle: REUTERS
Der Start des A320neo sollte eigentlich im Internet per Livestream übertragen werden, unter anderem über das bekannte Online-Portal Youtube. Wegen rechtlicher Probleme mit dem Bildmaterial konnte der Stream in Deutschland aber nicht abgerufen werden. Quelle: REUTERS
Wegen starker Bewölkung – und den daraus resultierenden schlechten Aufnahmen – musste der Start um etwa eine Stunde nach hinten verschoben werden. Statt um 11 Uhr konnten die Piloten den A320neo erstmals um kurz nach 12 Uhr von der Startbahn im südfranzösischen Toulose abheben lassen. Quelle: Presse

Der Flugzeugkonzern Airbus zeigt sich für das laufende Geschäftsjahr trotz eines Rekordauftragsbestands von erstmals einer Billion Euro vorsichtig. Vorstandschef Tom Enders sagte am Mittwoch für 2016 einen stagnierenden Betriebsgewinn von rund 4,1 Milliarden Euro voraus.

Hintergrund sind anfallende Kosten zum Hochfahren der Produktion neuer Passagierjetserien wie dem Langstreckenflieger A350 oder dem modernisierten Mittelstreckenmodell A320neo.

"Der Rekord-Auftragsbestand unterstützt unsere Pläne, die Kapazitäten in der Zivilflugzeugproduktion zu erhöhen", erklärte Enders. Ab 2017 würden monatlich sieben Flugzeuge des Typs A330 gebaut.

Aufträge von Airbus und Boeing im Vergleich

Mit dem abgelaufenen Jahr zeigte sich Enders zufrieden. Der Riesenflieger A380 werfe erstmals in seiner Produktionsgeschichte Gewinn ab, die Einführung des A320neo verlaufe nach Plan und vom neuen A350 seien bereits 14 Maschinen ausgeliefert worden. Außerdem sei der Abwärtstrend im Rüstungs- und Raumfahrtgeschäft unterbrochen, die Auftragslage habe sich zuletzt wieder gebessert.

"Wir werden unser Augenmerk auch künftig auf das Programmmanagement und die Bewältigung der Herausforderungen richten, die mit der Beschleunigung des A350- und A400M-Hochlaufs sowie dem Übergang zur A320neo-Version einhergehen", erklärte Enders. Die lahmende Produktion des Militärtransporters A400M hatte Airbus im ersten Halbjahr 2015 noch hohe Sonderlasten eingebrockt.

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Insgesamt kletterten die Einnahmen der Toulouser 2015 binnen Jahresfrist um acht Prozent auf 64 Milliarden Euro. Der Betriebsgewinn (Ebit) vor Sondereffekten lag mit gut 4,1 Milliarden nur knapp über dem Vorjahreswert.

Das Konzernergebnis stieg um 15 Prozent auf rund 2,7 Milliarden Euro. Die Aktionäre sollen für 2015 eine Dividende von 1,30 je Anteilsschein erhalten, zehn Cent mehr als im Jahr davor.

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