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Airline Künftiger Airbus-Chef startet vorzeitig mit Strategie-Überprüfung

Der neue Airbus-Chef will im Unternehmen deutlich umstrukturieren und näher an die Konkurrenz rücken. Die Zukunftsplanung ist dabei besonders wichtig.

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Airbus will Boeing weiter ein Konkurrent sein, hat aber zunächst interne Konflikte zu bewältigen. Quelle: Reuters

Paris Vier Monate vor seinem offiziellen Amtsantritt stellt der neue Airbus-Chef Guillaume Faury Branchenkreisen zufolge bereits strategische Weichen. Der Franzose habe ein Team von Planern außerhalb der Strategie-Abteilung eingesetzt, das den 50 Jahre alten europäischen Flugzeugbauer unter dem Motto „Airbus Next Chapter“ modernisieren und auf die künftigen Herausforderungen der Branche vorbereiten solle, sagten Insider der Nachrichtenagentur Reuters.

Das Team leitet die vormals für den Kontakt zu den Investoren zuständige Julie Kitcher. Faury, der Tom Enders im April als Airbus-Chef ablösen soll, wolle „schnell handeln und ein neues Denken ins Unternehmen bringen“, sagte ein Insider. „Er will die Vergangenheit schnell hinter sich lassen.“ Airbus wollte sich dazu nicht äußern.

Airbus hat sich 50 Jahre nach seiner Gründung zwar zu einem ernsthaften Konkurrenten von Boeing entwickelt, leidet aber noch immer unter deutsch-französischen und persönlichen Rivalitäten im Management und unter einer Bestechungsaffäre, die mehrere Abgänge in der Führungsriege beschleunigt hat.

Das Strategie-Team werde möglicherweise auch an Tabus wie dem komplexen Produktionssystem rühren, das Arbeitsplätze in Frankreich, Deutschland, Großbritannien und Spanien sichert, aber zu Reibungsverlusten in der Produktion führt. Zudem gehe es um die Frage, wie Airbus die Produktion von Verkaufsschlagern wie dem A320 schneller hochfahren kann, um den Bedarf zu decken. Der scheidende Produktionschef Tom Williams hatte den A320 als „goldene Gans“ für Airbus bezeichnet.

Nach 2030 braucht Airbus ein Nachfolgemodell für die A320-Baureihe. Dann müsse erprobte Technik bereitstehen, anders als bei Großraumflugzeugen, bei denen Airbus von der Boeing 787 kalt erwischt worden sei, mahnen Experten. Auch die Personalentwicklung dürfte im Fokus des Strategie-Teams stehen. Airbus konkurriert mit Unternehmen aus dem Silicon Valley um den Nachwuchs an Managern und Ingenieuren, mit denen man eine Reihe von Ruheständlern und Abgängern ersetzen muss. Faury hat den Insidern zufolge dafür die schweizerische Personalberatung Egon Zehnder angeheuert.

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