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Aktie fällt Henkel droht im Rennen um Wella das Aus

Der Konsumgüterkonzern Henkel hat offenbar das Nachsehen im Bieterrennen um den Schampoo-Hersteller Wella - die Aktie ist größter Verlierer im Dax.

Waschen, pflegen, kleben - die Henkel-Welt
Von Düsseldorf aus in die ganze Welt: Die Henkel-Zentrale von oben. Persil kennt in Deutscher praktisch jeder. Doch zu dem Dax-Konzern gehört noch viel mehr ... Quelle: Handelsblatt Online
Der Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch- und Reinigungsmittel, Kosmetik und Körperpflege sowie Klebstoff-Technologien. Während die Wasch- und Reinigungssparte Henkels Traditionsfeld ist, macht der Konzern den Löwenanteil seines Umsatzes mittlerweile mit seinen Klebstoffen. Quelle: Handelsblatt Online
Die bekanntesten Waschmittel von Henkel: Persil, Perwoll, Weißer Riese und Spee. Die Traditionsmarke Persil ist eines der Aushängeschilder des Unternehmens und landet bei Verbraucher- und Markenauszeichnungen der Konsumgüterbranche regelmäßig auf Spitzenplätzen. Quelle: Handelsblatt Online
Die Spülmittel aus dem Hause Henkel heißen Pril und Somat. 2008 kam die Spül- und Reinigungsserie Terra Activ dazu, dessen Einführung mit einer groß angelegten Werbekampagne begleitet wurde. Mit dem als Öko-Spülmittel positionierten Produkt will Henkel den Trend zum gesundheits- und umweltbewussten Verbraucher aufgreifen und für sich nutzen. Quelle: Handelsblatt Online
Auch die Putzmittel-Klassiker Ata, Biff, Der General, Sidolin, WC Frisch und WC Ente stammen vom Düsseldorfer Konzern. Im Geschäftsfeld Wasch- und Reinigungsmittel bietet Henkel wie auch in seinen anderen Sparten eine unüberschaubare Fülle von Marken an. Geht es nach Henkel-Chef Kasper Rorsted, wird sich das in Zukunft ändern: "Wir wollen die Markenvielfalt in den nächsten Jahren weiter verringern", sagte der Vorstandschef schon Ende 2008. Er könne auf Anhieb 50 Marken nennen, die so unbedeutend seien, dass Henkel sich von ihnen nach und nach verabschieden könne - jetzt legt er nach und aus der Ankündigung wird Realität. Quelle: Handelsblatt Online
Der zweite Geschäftsbereich umfasst Kosmetik und Körperpflegeprodukte. Die Dauerbrenner in diesem Bereich: Haarpflegeprodukte von Schwarzkopf, mit den Submarken Gliss Kur, Poly Kur und Taft sowie Schauma. Quelle: Handelsblatt Online
Was den Bereich Körper- und Hautpflege angeht, ist Henkel in den Drogerieregalen mit dem Deo Bac, dem Duschgel Fa, den Hautpflegeserien Aok und Diadermine sowie der Zahncreme Theramed gut vertreten. Seit dreieinhalb Jahren wächst der Bereich Kosmetik und Körperpflege kontinuierlich wie kein anderer Bereich des Konzerns. Henkel hat seiner Kosmetiksparte in den letzten Jahren eine kräftige Kur verpasst: Die Hälfte der 16 Fabriken weltweit wurden geschlossen, das Marketing-Volumen enorm gesteigert und das Portfolio bereinigt. Quelle: Handelsblatt Online

Die US-Mutter Procter & Gamble könnte einem Insider zufolge Wella und zwei weitere Geschäftsbereiche an den in den USA ansässigen Parfümhersteller Coty abgeben. Coty habe die anderen Interessenten für die Sparten Haarpflege, Duftstoffe und Kosmetik überboten, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters in der Nacht zu Dienstag. Das Geschäft habe einen Gesamtwert von bis zu zwölf Milliarden Dollar. Noch sei die Transaktion aber nicht unter Dach und Fach.

Kosmetikriesen: Henkel und Procter & Gamble im Vergleich

Henkel hatte laut Insidern eine verbindliche Offerte für die Haarpflegesparte Wella vorgelegt, die Experten zufolge fünf bis sieben Milliarden Dollar wert sein könnte. Es wäre für Henkel der größte Zukauf in der rund 140-jährigen Firmengeschichte gewesen. Henkel lehnte einen Kommentar ab. An der Börse reagierten Aktionäre enttäuscht über das mögliche Ausscheiden im Bieterrennen um Wella. Die Henkel-Aktie fiel am Dienstag im frühen Handel um 2,8 Prozent auf 101,2 Euro und war damit größter Dax-Verlierer.

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Konzernchef Kasper Rorsted hatte erst vor wenigen Tagen Spekulationen um eine Wella-Übernahme gedämpft. Der "Welt am Sonntag" hatte er gesagt, dass Großakquisitionen für die Düsseldorfer nicht dringend erforderlich seien. Konkret zu Wella wollte er sich allerdings nicht äußern. "Im vergangenen Jahr haben wir 1,8 Milliarden Euro für Akquisitionen ausgegeben, und auch 2015 haben wir bereits Vereinbarungen für Zukäufe in einer Größenordnung von über 300 Millionen Euro geschlossen", sagte Rorsted. "Wir brauchen also nicht unbedingt große, milliardenschwere Zukäufe, um unsere Finanzziele zu erreichen."

Nach Wella hatte Henkel schon einmal seine Fühler ausgestreckt. Die Düsseldorfer wollten ihren Konkurrenten vor zehn Jahren übernehmen, doch Procter & Gamble schnappte ihnen damals Wella für über sechs Milliarden Euro vor der Nase weg.

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