Arbeitsmarkt Deutsche Unternehmen wollen mehr Stellen schaffen

Trotz mauer Konjunktur wollen die Unternehmen in Deutschland in diesem Jahr 250.000 neue Mitarbeiter einstellen. Ökonomen kritisieren das Jobwunder allerdings wegen großer Lohnunterschiede.

Gerade in den Branchen Metall und Elektro, Bau, Handel, Gesundheit, Soziales, Gastgewerbe und Tourismus gehören werden Mitarbeiter gesucht. Quelle: dpa

Die Unternehmen in Deutschland wollen mehr Stellen schaffen als zu Jahresbeginn geplant. Insgesamt planen die Firmen, in diesem Jahr 250.000 neue Mitarbeiter einzustellen, wie die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) berichte. Anfang 2013 habe die Zahl noch bei 150.000 gelegen. Besonders viele freie Stellen gebe es bei den persönlichen Dienstleistungen, zu denen die Bereiche Gesundheit, Soziales, Gastgewerbe und Tourismus gehören. Dort würden 70.000 Mitarbeiter gesucht. Wissensintensive Dienstleistungsunternehmen wie IT-Firmen, Versicherer und Unternehmensberater wollten 65.000 neue Mitarbeiter einstellen.

Ebenfalls groß ist die die Nachfrage demnach in den Branchen Metall und Elektro (40.000 neue Beschäftigte), Bau (30.000) und Handel (15.000). DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben sagte der Zeitung, auch die Zeitarbeitsfirmen suchten wieder verstärkt Mitarbeiter. Das sei "ein Zeichen der Zuversicht für eine anziehende Auftragsentwicklung".

Diese Branchen suchen Mitarbeiter
Mechatronikechatroniker-Lehrlinge arbeiten an einem Versuchsaufbau Quelle: dpa
Ein Monteur arbeitet am Drehgestell eines Eisenbahndrehkrans Quelle: dpa
Mitarbeiter der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) Quelle: dpa
In einem Altenpflegeheim verteilt ein Pfleger Medikamente Quelle: dpa
Der amerikanische Architekt Daniel Libeskind steht im Juedischen Museum in Berlin vor seinem Modell fuer die Neubebauung von Ground Zero Quelle: AP
eine Mitarbeiterin des Unterhaltungselektronik-Spezialisten Harman International Inc. prüft am Donnerstag (10.05.2012) in Produktion in Karlsbad-Ittersbach (Landkreis Karlsruhe) Platinen. Quelle: dpa
General view of the dining room in the Platium Hotel where the National team of Sweden will stay during the Euro 2012 in Kozyn village Quelle: dpa

Der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, warnte allerdings vor einem Auseinanderdriften des Arbeitsmarktes. "Wir haben die Tendenz zu einer zunehmenden Lohnungleichheit", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Wer bei Entwicklung und Herstellung von Produkten, die als Deutschlands Stärke angesehen würden, bestehen könne, der habe eine gute Schulausbildung, bilde sich weiter und habe in der Regel ein gutes Einkommen. "Wer hier nicht mithalten kann, für den bleiben, wenn überhaupt, nur niedrig bezahlte Jobs." Weise sprach sich daher für von Arbeitgebern und Gewerkschaftern ausgehandelte, differenzierte Lohnuntergrenzen aus. Wenn diese "moderat und nach Branchen und Regionen unterschiedlich sind, muss dies keine Arbeitsplätze kosten." Zudem sollte die Agenda 2010 im Sinne stabilerer Beschäftigungsverhältnisse weiterentwickelt werden.

  • 1
  • 2
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%