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Arzneimittel Corona-Boom: Pharma-Zulieferer Lonza stellt mehr Mitarbeiter ein

Das Schweizer Konzern wächst aufgrund der starken Nachfrage nach Corona-Impfstoffen und will 2000 Mitarbeiter einstellen. Auch Umsatz und Gewinn steigen.

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Die Impfstoffe trugen dazu bei, dass der bereinigte Umsatz des Unternehmens im ersten Halbjahr um 14,7 Prozent zulegte. Quelle: Reuters

Der Arzneimittel-Auftragsfertiger Lonza muss die Kapazitäten hochfahren, um genügend Wirkstoffe zur Bekämpfung von Covid und anderer Krankheiten liefern zu können. Der Schweizer Konzern wolle dafür 2000 Mitarbeiter einstellen, sagte Firmenchef Pierre-Alain Ruffieux am Freitag auf einer Telefonkonferenz.

Im ersten Halbjahr habe Lonza, die unter anderem den Wirkstoff für den Corona-Impfstoff des US-Biotechnologiekonzerns Moderna herstellt, 1000 zusätzliche Angestellte rekrutiert. „Wir müssen in der Lage sein, unsere Verpflichtungen in der Produktion zu erfüllen“, sagte Ruffieux. Zur Jahresmitte beschäftigte das Basler Unternehmen 14.405 Personen.

Wegen der Nachfrage nach Primärimpfstoffen und möglicherweise auch Auffrischungsimpfstoffen ist Moderna dabei, die Produktion seines Corona-Impfstoffs hochzufahren. Um die angepeilten Mengen zu erreichen, soll unter anderem Lonza mehr produzieren.

Im Lonza-Werk Visp im Kanton Wallis werden drei zusätzliche Produktionslinien gebaut, im niederländischen Geleen eine weitere. Sie sollen ihren Betrieb im frühen Jahresverlauf 2022 beziehungsweise Ende 2021 aufnehmen. Neben Moderna hat sich Lonza auch Covid-Aufträge von Astra-Zeneca, Capriocor Therapeutics and Humanigen gesichert.

Die Impfstoffe trugen dazu bei, dass der bereinigte Umsatz des Unternehmens im ersten Halbjahr um 14,7 Prozent auf 2,5 Milliarden Franken zulegte. Der um Sonderposten bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda) stieg um 13,1 Prozent auf 847 Millionen Franken.

Wegen des florierenden Geschäfts hob Lonza die Prognose an. Neu peilt das Unternehmen ein Wachstum der Verkaufserlöse um einen mittleren zweistelligen Prozentbetrag an. Bisher hatte Lonza einen Anstieg um einen niedrigen zweistelligen Prozentbetrag in Aussicht gestellt. Die bereinigte Betriebsgewinnmarge (Ebitda) soll sich im Einklang mit der für 2023 angepeilten Zielsetzung von 33 bis 35 Prozent verbessern.

Die Marge von 33,3 Prozent im ersten Halbjahr sei angesichts der laufenden Expansion überraschend hoch und sorge für eine größere Zuversicht, dass der Konzern seine Mittelfrist-Ziele auch erreiche, erklärte ZKB-Analyst Daniel Buchta. An der Börse kletterten Lonza-Aktien auf ein Rekordhoch.

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