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Aufstieg zum Dax-Konzern Wie der Ehrgeiz Lanxess nach vorne bringt

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Für den gemeinsamen Erfolg

Immer weiter nach oben - Zhengrong Liu sorgt als Lanxess-Personalchef dafür, dass vieles einfacher läuft als zuvor bei Bayer Quelle: Ingo Rappers für WirtschaftsWoche

Und der Chinese ersetzt das kompliziertere Vergütungssystem aus Bayer-Zeiten durch einfache Bonusregeln. Jeder Mitarbeiter erhält – sofern Lanxess das jährliche Gewinnziel erreicht – einen bestimmten prozentualen Aufschlag auf das Gehalt. „Die Unternehmensführung geht davon aus, dass sich jeder Mitarbeiter für den gemeinsamen Erfolg engagiert“, sagt Liu. Neben dem Vertrauensbonus dürfen Lanxess-Führungskräfte auch nach eigenem Gusto darüber entscheiden, welcher Mitarbeiter wann eine zusätzliche Prämie verdient hat. Für einen Tarifmitarbeiter kann es da schon mal mehrere Tausend Euro obendrauf geben.

Direkter Draht nach oben

Dass solche Veränderungen im Betrieb ankommen, dazu trägt auch Wolfgang Fiolka an entscheidender Stelle bei. „Es ist transparenter, die Wege sind kürzer geworden“, sagt der Schichtmanager in einem Lanxess-Kautschuk-Betrieb in Dormagen bei Köln. Der 50-Jährige erfährt heute regelmäßig vom Betriebsleiter, wie die Geschäfte laufen – und er gibt die Informationen an seine 35 Mitarbeiter weiter.

Die größten Chemiekonzerne der Welt
Das Mitsubishi Chemical-Werk in Yokohama Quelle: Pressebild
Platz 8: Dupont Quelle: dpa
Platz 7:LyndellBasell Quelle: AP
Screenshot Formosa Plastics Quelle: Screenshot
Platz 4: Exxon Mobil Quelle: Reuters
Platz 6: Sabic Quelle: dpa
Platz 6: Shell Quelle: Reuters

In den früheren Zeiten bei Bayer habe eher das Prinzip „Anweisen und ausführen“ gegolten. „Heute kann ich den Betriebsingenieur direkt ansprechen, um eine Änderung in der Produktion durchzusetzen“, sagte Fiolka. „Früher musste ich damit erst mal zum Tagschichtmeister, dann zum Betriebsleiter, dann ging das Thema in die technische Besprechung am nächsten Tag und wurde dann möglicherweise noch einmal vertagt.“ Inzwischen werden technische Probleme deutlich schneller gelöst.

Schmiermittel Solidarität

Ohne Gisela Seidel und ihre Kollegen aus dem Betriebsrat hätte Lanxess-Chef Heitmann den Aufstieg in den Dax wohl kaum so reibungslos geschafft. Im Frühjahr 2005 entscheidet Heitmann, in den Problem-sparten Styrolkunststoffe und Feinchemie (Chemikalien für Pharma und Pflanzenschutz) möglichst schnell 1.000 Jobs zu streichen. Betriebsrätin Seidel hält dagegen und will den Stellenabbau bis Ende 2007 hinausschieben, um alternative Beschäftigungsmöglichkeiten für die betroffenen Kollegen zu finden. Die Arbeitnehmer bieten an, die Arbeitszeit zu verkürzen und entsprechend den Lohn zu senken.

Seidel und ihre Kollegen überzeugen Heitmann. Die Tarifmitarbeiter arbeiten 2,5 Stunden weniger und erhalten 6,7 Prozent weniger Lohn. Leitende Angestellte und der Vorstand verzichten auf Teile ihres Bonus. Die üppigen übertariflichen Zulagen aus der Bayer-Zeit werden abgeschmolzen, das 13. Monatsgehalt und das Weihnachtsgeld stark gekürzt. 2007 ist Lanxess aus dem Gröbsten raus, und die Beschäftigten erhalten wieder volles Gehalt für volle Arbeitszeit. Während der Finanzkrise lebt die erprobte Arbeitszeit- und Gehaltskürzung noch einmal für ein Jahr wieder auf.

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