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Aufzuggeschäft Kone spielt offenbar Einstieg bei Thyssen durch

Das Thyssenkrupp-Logo samt Schriftzug auf blauem Hintergrund. Laut Insidern überlegt Kone ein Angebot für die Aufzugsparte zu unterbreiten. Quelle: REUTERS

Der finnische Konkurrent Kone überlegt laut Insidern, ein Angebot für Thyssenkrupp Elevator zu machen. Die Überlegungen müssten aber nicht zwangsläufig in einem Übernahmeangebot enden.

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Nach dem angekündigten Teilbörsengang der Thyssenkrupp-Aufzugssparte nimmt der finnische Konkurrent Kone Insidern zufolge die begehrte Sparte erneut ins Visier. Kone lote eine Offerte für Thyssenkrupp Elevator aus, sagten am Mittwoch mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Kone arbeite dabei mit der Bank of America Merrill Lynch zusammen. „Es ist doch klar, dass Kone sich das jetzt anschaut“, sagte ein Insider. Kones Überlegungen müssten nicht zwingend in ein Übernahmeangebot münden. Die Finnen müssten sich finanziell schon sehr strecken. Möglich sei eine Offerte, bei der neben einer Barkomponente auch eigene Aktien angeboten würden.

Ein Thyssenkrupp-Sprecher verwies auf Aussagen von Guido Kerkhoff, wonach der Börsengang der Aufzugssparte der Stärkung der Kapitaldecke dienen soll. Bank of America Merrill Lynch lehnte einen Kommentar ab.

Kones Großaktionär Antti Herlin war 2016 mit dem Fusionswünschen an Thyssenkrupp herangetreten. Eine Kone-Sprecherin sagte nun zu einem erneuten Interesse, derartige Spekulationen kommentiere der Konzern grundsätzlich nicht. „Wir sagen seit Jahren, dass eine Konsolidierung notwendig ist. Daran hat sich nichts geändert.“ Kone hat einen Börsenwert von 22,2 Milliarden Euro. Den Wert von Thyssenkrupp Elevator schätzen Experten auf 14 bis 15 Milliarden Euro - damit wäre die Ertragsperle von Thyssenkrupp etwa doppelt soviel wert wie der Mutterkonzern. Den Insidern zufolge könnte auch der Schweizer Aufzugsriese Schindler seinen Hut in den Ring werfen.

Linde wird Interesse an Anlagenbau Nachgesagt

Konzernchef Kerkhoff hatte am Freitag die Pläne für ein Stahl-Joint-Venture und eine Konzernaufspaltung aufgegeben. Stattdessen will er einen Teil der Aufzugssparte an die Börse bringen. Von Seiten der Arbeitnehmervertreter wird er bei den IPO-Plänen unterstützt. Eine Offerte, bei der etwa Aktien statt Geld angeboten wird, käme für sie wohl kaum infrage. „Das Geld, das ein möglicher Börsengang der Aufzugssparte in die Kasse von Thyssenkrupp spült, muss für die Stabilisierung des Konzerns eingesetzt werden“, hatte der nordrhein-westfälische IG Metallchef und stellvertretende Aufsichtsratschef von Elevator, Knut Giesler, gesagt. „Uns geht es darum, eine Lösung zu finden, die dem Konzern gut tut, finanziell, aber noch wichtiger, die nachher auch die Beschäftigung im Elevator-Bereich absichert.“

Kerkhoff hat in anderen Bereichen die Suche nach Partnern angekündigt, die auch Mehrheitsbeteiligungen erwerben könnten. Bei der Anlagenbau-Tochter Industrial Solutions seien Zusammenschlüsse mit Linde möglich, sagten die Insider. Vor zwei Jahren habe es Gespräche zwischen den Unternehmen über eine Fusion in diesem Bereich gegeben. Diese seien zwar ergebnislos geblieben, könnten aber jederzeit wieder aufgenommen werden. Die Konzerne wollten sich dazu nicht äußern.

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