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Ausländische Firmenkäufe Deutsche Unternehmen als Opfer?

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Droht der Wissensausverkauf?

Selbst hohe Preise für Firmen schreckten nicht ab, sagt Klingan. „Finanzinvestoren weltweit haben fast 1,5 Billionen Dollar freie Mittel, die angelegt werden müssen.“ Und dank Niedrigzinsen sind selbst Milliarden-Kredite relativ leicht zu finanzieren.

Gerade Käufer aus China gehen hierzulande auf milliardenschwere Einkaufstour. Sie haben ihre Investitionen laut der Beratungsfirma EY 2016 fast verdreifacht und sich an über 300 Firmen beteiligt. Jüngst verkaufte der Zulieferer Bosch seine Anlassersparte nach China, das Biotech-Unternehmen Biotest geht nach Fernost und die chinesische HNA-Gruppe stieg bei der Deutschen Bank zum größten Aktionär auf. „Chinesische Käufer haben sich etabliert“, sagt Roberts. „Früher wurden sie oft unter den Interessenten genannt, heute kaufen sie.“

Das schürt Ängste: Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) etwa warnte bei Kuka vor einem Ausverkauf von deutschem Technologiewissen. Gemeinsam mit Frankreich und Italien forderte die deutsche Regierung von der EU-Kommission Regeln, um einzelne Übernahmen zu verhindern. Und der Bundesrat hat sich für einen besseren Schutz deutscher Firmen vor chinesischen Käufern ausgesprochen.

PwC-Experte Roberts sieht Käufe aus Fernost gelassen. „Investoren aus China werden schon lange skeptisch beäugt, haben sich aber als ernsthafte Käufer erwiesen.“ Meist hätten sie Standorte und Beschäftigung in Deutschland erhalten. So hätten sich die Mittelständler Putzmeister, de Betonpumpen-Hersteller Schwing oder der Zulieferer Preh IMA Automation seit dem Kauf durch chinesische Investoren vor einigen Jahren gut entwickelt.

Experte Klingan von Bain meint, dass Übernahmeverbote nur in Einzelfällen Sinn ergeben - etwa aus Gründen der nationalen Sicherheit. So haben die Vereinigten Staaten den Verkauf des deutschen Maschinenbauers Aixtron nach China untersagt, da er eine Niederlassung in den USA hat. Zudem bestehe nicht in allen Branchen die Gefahr, das Fachwissen abwandere, meint Klingan. Während sich in der Industrie Prozesse eher noch abkupfern und Technologien umgehen ließen, sei das im Pharmasektor schwer. „Rechte an Medikamenten werden weltweit fast überall geschützt und Verstöße klar sanktioniert“. Auch ließen sich grenzüberschreitende Übernahmen kaum stoppen, meint Klingan. Passten zwei Unternehmen zusammen, überwiege auch oft der ökonomische Vorteil. „Die Globalisierung lässt sich nicht aufhalten.“

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