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Autobauer Audi will 2025 rund 800.000 Elektro- und Hybridautos verkaufen

Audi will sich beim Thema E-Mobilität eine Führungsrolle sichern: Mitte des kommenden Jahrzehnts soll jedes dritte Fahrzeug elektrifiziert sein.

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Bei Ingolstädter Autobauer soll es ab 2019 eine Modelloffensive geben. Quelle: dpa

München Audi will im Jahr 2025 rund 800.000 Elektro- und Hybridautos verkaufen und sich in diesem Segment eine Führungsrolle sichern. „Jedes dritte Auto, das wir Mitte des nächsten Jahrzehnts verkaufen, wird elektrifiziert sein“, sagte Vorstandschef Rupert Stadler am Dienstag. 2017 lieferte die VW-Tochter weltweit knapp 1,9 Millionen Fahrzeuge aus.

Damit blieben die einst erfolgsverwöhnten Ingolstädter das zweite Jahr in Folge hinter Mercedes-Benz mit fast 2,3 Millionen verkauften Autos und hinter der Marke BMW mit 2,1 Millionen. Während die Konkurrenz für 2018 Absatzzuwächse angekündigt hat, spricht Audi von Stagnation. Erst ab 2019 soll die größte Modelloffensive der Firmengeschichte ihre Schlagkraft entfalten.

Bei der Zahl der elektrifizierten Modelle will Audi bis 2025 eine Schippe drauflegen: Mehr als 20 sind jetzt geplant, etwas mehr als zuletzt. „Wir wollen angreifen“, sagte Stadler und verwies auf hohe Kundenansprüche und strenger werdende Abgasvorschriften.

Viele Käufer schrecken indes noch immer vor E-Autos zurück, weil sie geringe Reichweiten und hohe Kosten fürchten. In Deutschland wurden im vergangenen Jahr laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) gut 25.000 Elektroautos und mehr als 29.400 Hybridfahrzeuge neu zugelassen. Am meisten elektrifizierte Pkw wurden zuletzt in China verkauft: rund 579.000. Experten gehen davon aus, dass der Weltmarkt für E-Mobilität in den nächsten zwei Jahren nur moderat wachsen wird.

Viele Hersteller, darunter Audi-Mutter VW oder Mercedes, haben längst Modelloffensiven angekündigt, die ab 2020 für Schub sorgen sollen. BMW beispielsweise will bis 2025 insgesamt 25 elektrifizierte Modelle anbieten. Die Münchner, die sich schon 2013 mit dem strombetriebenen Cityflitzer i3 auf den Markt wagten und dafür viel Ruhm, aber wenig Rendite ernteten, wollen im Dauer-Wettkampf der Oberklasse-Anbieter auf diesem Feld führend sein.

Für 2018 hat sich BMW ein Absatzziel von 140.000 elektrifizierten Fahrzeugen gesetzt, nach gut 103.000 im Vorjahr. Audi haderte in der Vergangenheit lange mit dem Thema Elektromobilität; das erste strombetriebene Auto der Ingolstädter feiert erst diesen Sommer Premiere. Bis 2025 soll es für jede Modellreihe eine elektrifizierte Variante geben, die meisten davon vollelektrisch.

Um die hohen Ausgaben zu schultern, setzt Audi auf den modularen Elektrobaukasten von VW fürs Kompaktsegment und die Zusammenarbeit mit der Konzernschwester Porsche bei E-Autos der Mittel-, Ober- und Luxusklasse. So seien Einsparungen von 30 Prozent zu erzielen, erläuterte Stadler.

Insgesamt will Audi bis 2022 mindestens zehn Milliarden Euro sparen. Intern nehme sich Audi etwas mehr vor, sagte der Vorstandschef. Auf der anderen Seite will der Hersteller bis 2025 rund 40 Milliarden Euro in Zukunftsinvestitionen stecken, vor allem in E-Mobilität, autonomes Fahren und Digitalisierung. Bisher war von mehr als 40 Milliarden Euro bis 2022 die Rede. Künftig gehe es nicht mehr nur ums Auto, sondern um neue Mobilität und digitale Erlebnisse, sagte Stadler.

Am Dienstag holte Audi die Diesel-Vergangenheit wieder ein: Wegen einer womöglich unzulässigen Abschalteinrichtung muss der Hersteller rund 60.000 Fahrzeuge zusätzlich zurückrufen. Bekannt war bislang, dass 850.000 Autos ein Software-Update brauchen.

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