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Autobauer Carsharing-Fusion mit BMW soll die Bilanz von Daimler aufpolieren

Daimler kann dank der geplanten Fusion seiner Carsharing-Tochter mit BMW die Prognose für das Gesamtjahr anheben. Unsicherheiten bleiben aber.

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05.04.2018, Berlin: Ein Auto steht im Rahmen der Hauptversammlung der Daimler AG zur Dekoration auf der Bühne. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Quelle: dpa

Frankfurt Zuletzt haben sich die Vorstandschefs der deutschen Autobauer um großmögliche Distanz bemüht. Nach Kartellgerüchten und dem sich immer weiter ausbreitenden Dieselskandal suchten Daimler, BMW und Volkswagen das Glück im Alleingang.

Wie fruchtbar eine Zusammenarbeit aber sein kann, zeigte sich nun in der Bilanz von Daimler. Der schwäbische Fahrzeughersteller erhöhte seine Prognose für das laufende Jahr.

Der operative Gewinn werde 2018 leicht über dem Vorjahreswert liegen, sagte Finanzvorstand Bodo Uebber auf einer Telefonkonferenz. Zuvor hatte das Daimler mit 14,7 Milliarden Euro ein Ergebnis in Höhe des Vorjahres in Aussicht gestellt.

Uebber begründete die bessere Erwartung mit der geplanten Fusion seiner Carsharing-Tochter mit der von BMW. Die beiden Konzern wollen mit dem Zusammenschluss ihre Verluste in dem Geschäftsfeld eindämmen und sich zugleich für eine Expansion in neue Märkte rüsten. Da eine kombinierte Carsharing-Gesellschaft bessere Marktaussichten hat, muss Daimler die Bewertung seiner Beteiligung anheben.

Die Zuschreibung schlägt sich positiv in der Bilanz nieder, mehr Geld hat Daimler damit aber nicht. Ob sich die Erwartung erfüllt, ist allerdings nicht final geklärt. Offen ist noch die Zustimmung der Kartellbehörden, wie Finanzchef Uebber einschränkte.

An der Börse wurde die angehobene Prognose positiv aufgenommen. Im frühen Handel stieg die Aktie von Daimler um mehr als ein Prozent. Michael Punzet von der DZ Bank begründete das Plus damit, dass die Analysten einen leichten Gewinnrückgang erwartet hatten.

Die Experten waren damit kritischer als das Unternehmen selbst. Gespeist wurden ihre Bedenken von höheren Investitionen, dem Dieselskandal sowie dem starken Euro. Alle drei Faktoren belasten das Ergebnis. Im ersten Quartal war der Umsatz um drei Prozent auf 39,8 Milliarden Euro gewachsen – ohne Währungseffekte wäre das Plus mit acht Prozent deutlich höher ausgefallen.

Tiefgreifender als der starke Euro ist indes der Wandel, der die Branche im Griff hat. Um künftige Emissionsstandards einhalten zu können, muss Daimler wie andere Autohersteller mehr Elektrofahrzeuge ins Programm nehmen. Um deren Entwicklung und Markteinführung zu finanzieren, muss der Konzern bereits heute erhebliche Investitionen schultern.

Wie sehr diese aber nötig sind, zeigt sich am Absatz von Dieselautos. Dieser ist vor allem in Europa deutlich rückläufig, da die Kunden Fahrverbote und einen Wertverlust bei Dieselfahrzeugen fürchten. Wie hoch der ist, zeigt sich an der Bilanz von Daimler. Der Konzern musste im ersten Quartal Abschreibungen in Höhe von 100 Millionen Euro auf gebrauchte Selbstzünder vornehmen, die Daimler im eigenen Bestand hat.

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