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Autobauer VW löst Umbenennung des US-Geschäfts in „Voltswagen“ als Aprilscherz auf

Mit der Ankündigung der Namensänderung seiner Marke in den USA sorgte VW für Aufsehen. Tatsächlich handelte es sich um eine PR-Aktion.

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Volkswagen USA hat mit einem vorgezogenen Aprilscherz zahlreiche Medien aufs Glatteis geführt und für Kopfschütteln und scharfe Kritik gesorgt. Ein US-Unternehmenssprecher bestätigte der Nachrichtenagentur AP am Dienstag (Ortszeit), dass es keine Umbenennung des Markennamens in den USA in „Voltswagen of America“ geben werde. Tags zuvor hatte der gleiche Sprecher noch bekräftigt, die Pressemitteilung zur Namensänderung sei echt.

Zahlreiche Medien berichteten daraufhin über die Umbenennung, in Deutschland, wo solche Aprilscherze mehr Tradition haben als in den USA, allerdings nach wie vor mit großer Skepsis. In den USA nahmen viele die Nachricht für bare Münze, vor allem nachdem das Unternehmen auf mehrfache Nachfrage die Umbenennung bestätigt hatte.

Zunächst wurde der neue Name in einer nach kurzer Zeit wieder verschwundenen Pressemitteilung am Montag verkündet. Am Dienstag veröffentlichte VW in den USA die Mitteilung ein weiteres Mal und erklärte, man wolle mit dem neuen Namen die Wichtigkeit von Elektroautos für die Zukunft des Unternehmens unterstreichen.

In der Pressemitteilung wurde sogar der Präsident und Vorstandsvorsitzende von Volkswagen of America, Scott Keogh, zitiert. Die Twitter-Seite wurde ebenfalls geändert mit der Bemerkung: „Wir wissen, 66 ist ein ungewöhnliches Alter um seinen Namen zu ändern, aber im Herzen sind wir immer jung geblieben.“

Die Nachricht ließ zwischenzeitlich sogar die Aktienkurse von VW ansteigen. Das „Wall Street Journal“ bekam dann als erstes Medium die Bestätigung der Unternehmenszentrale in Wolfsburg, dass die Umbenennung ein Marketinggag war. Man habe niemanden täuschen wollen, sagte ein Unternehmenssprecher dem Blatt.

VW musste daraufhin scharfe Kritik von US-Medien einstecken. AP-Sprecherin Lauren Easton sagte, solche Aktionen würden gutem Journalismus und dem Wohl der Allgemeinheit schaden. „USA Today“ teilte mit, ihr Reporter Nathan Bomey habe dezidiert gefragt, ob die Umbenennung ein Scherz sei und die Antwort „Nein“ erhalten. Damit habe VW Journalisten manipuliert, nur um eine Marketing-Kampagne für ein neues Elektrofahrzeug zu fahren.

Reporter Bomey schrieb auf Twitter, das sei kein Scherz gewesen, sondern „Täuschung“. In den USA gebe es ohnehin ein Problem mit Desinformation. „Jetzt sind Sie ein Teil davon“, schrieb er mit Blick auf Volkswagen in den USA.

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