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Autoindustrie Chinesischer Batterie-Hersteller bestätigt Gespräche mit Volkswagen

Guoxuan: Batterie-Hersteller bestätigt Gespräche mit Volkswagen Quelle: Reuters

VW und der chinesische Batteriehersteller Guoxuan verhandeln derzeit über eine strategische Zusammenarbeit. Die mögliche Kooperation soll Technologie, Produkte und Kapital umfassen.

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Der chinesische Batteriehersteller Guoxuan bestätigt Gespräche über eine strategische Zusammenarbeit mit Volkswagen. Die Kooperation soll Technologie, Produkte und Kapital umfassen, sagte der chinesische Zulieferer am Montag.

Bisher sei allerdings keine rechtsverbindliche Vereinbarung mit dem deutschen Automobilhersteller über die Zusammenarbeit erreicht worden. „Es herrscht bedeutende Unsicherheit über die genannten Angelegenheiten“, hieß es in der Erklärung zu Medienberichten. Am Freitag berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Insider, dass Volkswagen mit einer Beteiligung in Höhe von 20 Prozent bei dem chinesischen Akku-Hersteller zur Batterieversorgung seiner Elektroautos einsteigen will. Damit würde Volkswagen nach dem Gründer Li Zhen zweitgrößter Anteilseigner.

Basierend auf der Marktkapitalisierung von Guoxuan in Höhe von 2,8 Milliarden Dollar ist eine Beteiligung in dieser Höhe derzeit rund 560 Millionen Dollar wert. Volkswagen wolle aber den Anteil mit einem Abschlag bei einer Privatplatzierung erwerben, berichtete Reuters in Berufung auf Insider. Die Details des Deals seien größtenteils abgeschlossen. Die beiden Firmen warteten noch auf neue chinesische Regulierungsvorschriften für private Aktienplatzierungen, die einen flexibleren Preismechanismus und kürzere Sperrfristen für Mehrheitsaktionäre vorsähen, sagte einer der Eingeweihten der Nachrichtenagentur. Von der chinesischen Finanzmarktaufsicht war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Der 1998 gegründete, mittelgroße Hersteller Guoxuan sitzt in Hefei in der Provinz Anhui, wo Volkswagen in einem Joint Venture mit dem chinesischen Autobauer JAC elektrische Autos bauen will. Guoxuan ist in Deutschland kaum bekannt, gehört aber neben CATL und BYD zu den führenden Batterieherstellern in der Volksrepublik. Die Aussicht auf einen Einstieg Volkswagens ließen die Aktien Guoxuans am Montagvormittag an der chinesischen Börse um die maximal möglichen zehn Prozent steigen.

Volkswagen soll schon länger an einem Batteriehersteller in China interessiert sein, um seine Lieferkette im größten Automarkt der Welt besser zu steuern, sagte ein dritter Eingeweihter gegenüber Reuters. Der Autobauer selbst äußerste sich nicht zu den Gesprächen.

Volkswagen treibt den Bau von Elektroautos in China schon seit einiger Zeit voran und betreibt dafür in Foshan und Anting mit chinesischen Partnern zwei Werke. Erst im November kündigte Volkswagens China-Chef Stephan Wöllenstein auf der Automesse in der Stadt Guangzhou an, der Autobauer wolle zusammen mit seinen Partnern in China mehr als vier Milliarden Euro ausgeben. Rund 40 Prozent davon sollen demnach in Elektromobilität fließen. 2025 will der VW in China 1,5 Millionen Elektroautos ausliefern. Mit dem Produktionsstart in den Werken Anting und Foshan soll ab Ende 2020 eine jährliche Gesamtkapazität von 600.000 Fahrzeugen erreicht werden.

Für die Pläne in Europa und Asien benötigt der Konzern eine Jahreskapazität für Batteriezellen von mehr als 300 Gigawattstunden Speicherkapazität. Dafür haben die Wolfsburger langfristige Verträge mit asiatischen Lieferanten geschlossen. Parallel bereitet Volkswagen auch den Einstieg in eine eigene Fertigung vor und hat sich dafür mit dem schwedischen Spezialisten Northvolt zusammengetan. Ab 2020 soll im niedersächsischen Salzgitter eine Batteriezellfabrik mit einer Kapazität von 16 Gigawattstunden entstehen.

„Durch eine Beteiligung an den chinesischen Top-Batterieherstellern können die Autohersteller mehr Verhandlungsmacht über die Batteriepreise gewinnen“, sagte Yale Zhang, Geschäftsführer der in Shanghai ansässigen Unternehmensberatung AutoForesight.

Auch Fiat Chrysler streckt seine Fühler ins Reich der Mitte aus. Zusammen mit dem Mutterkonzern des Apple-Zulieferers Foxconn, Hon Hai, will der italienisch-amerikanische Autobauer Insidern zufolge E-Fahrzeuge für den chinesischen Markt bauen. Viele Details der Zusammenarbeit müssten aber noch ausgearbeitet werden, hieß es. Das endgültige Abkommen solle in den kommenden Monaten unterzeichnet werden. Fiat will demnächst den Fiat 500 als erstes rein batteriegetriebenes Auto auf den Mart bringen. Der Mehr-Markenkonzern schließt sich derzeit mit der Opel-Mutter PSA zum weltweit viertgrößten Autobauer zusammen, um die hohen Investitionen in umweltschonende Antrieb stemmen zu können.

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