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Autoindustrie Importeursverband rechnet mit Nachfragerückgang um sechs Prozent in 2020

Aufgrund der schärferen CO2-Regulierung in Europa gehen die Autobauer von einem härteren Wettbewerb aus. Das langfristige Niveau bleibe aber stabil.

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Auch wegen den hohen Investitionen in die Elektromobilität stellen sich die Autobauer auf eine längere Durststrecke ein.

Die Autoimporteure erwarten nach dem Rekordabsatz in diesem Jahr für 2020 eine deutliche Marktabkühlung. Für dieses Jahr werde ein Anstieg der Pkw-Neuzulassungen um vier Prozent auf 3,57 Millionen Fahrzeuge erwartet, erklärte der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) am Mittwoch in Frankfurt.

Für das kommende Jahr gehen die ausländischen Hersteller dann von einem Rückgang um gut sechs Prozent auf 3,35 Millionen Neuzulassungen aus. Dies sei eine Normalisierung auf dem langjährig stabilen Niveau, erklärte VDIK-Präsident Reinhard Zirpel.

Emissionsarme Mobilität – also reine Elektroautos oder Hybridwagen – werde im kommenden Jahr richtig durchstarten, sagte Zirpel. „Elektroautos fahren 2020 mit Macht und Stückzahl aus der Nische heraus“, ergänzte er. Der Marktanteil von Autos aller alternativer Antriebe werde von 8,5 Prozent in diesem Jahr auf zwölf bis 15 Prozent steigen.

Dabei stellen sich die deutschen Autobauer angesichts der hohen Investitionen in die Elektromobilität, den weltweiten Handelskonflikten und dem Brexit auf eine längere Durststrecke ein. Die Nachfrage auf dem weltgrößten Pkw-Markt in China werde auch im kommenden Jahr schrumpfen, wenn auch nicht mehr so stark wie zuletzt. Das teilte der Verband der Automobilindustrie am Mittwoch in Berlin mit.

In Europa werfe die schärfere CO2-Regulierung ihren Schatten voraus, der Absatz werde deshalb 2020 um zwei Prozent schrumpfen. Der Wettbewerb werde härter, der Gegenwind rauer. Der Personalabbau werde weitergehen.

„Die Auslastung geht zurück, beim Personal werden befristete Arbeitsverträge nicht verlängert, das Instrument Kurzarbeit wird wieder eingesetzt“, sagte der scheidende VDA-Chef Bernhard Mattes. Sowohl im laufenden als auch im kommenden Jahr fehlten Wachstumsimpulse in großen Märkten. Die Politik müsse den Automobilstandort nun wetterfest machen.

„Jetzt muss es darum gehen, die Rahmenbedingungen am Industriestandort Deutschland zu verbessern“, verlangte er auch vor dem Hintergrund des Umbaus der Branche hin zu klimaschonenden Antrieben. „Dafür brauchen wir gerade jetzt eine stabile, handlungsfähige Regierung“, sagte er mit Blick auf die Diskussionen über den Fortbestand der großen Koalition.

Wichtig sei, dass die Regierung die Themen Steuern und Abgaben nun in Angriff nehme und etwas zur Dämpfung des hohen Strompreises tue. Zudem müssten EU und Bundesregierung sich gegen Handelsbarrieren wehren. „Für die Vorteile freien Welthandels müssen wir gemeinsam werben“, sagte Mattes.

US-Handelsminister Wilbur Ross hatte zuvor Reuters gesagt, dass die Frage von Sonderzöllen auf Auto-Importe für die USA noch nicht erledigt sei. VDA-Präsident Mattes gibt sein Amt nach nicht einmal zwei Jahren nach Streit im Verband zum Jahresende auf.

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