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Autoindustrie VW-Chef Diess appelliert an die Belegschaft: „Angst ist ein schlechter Ratgeber“

Nach dem öffentlich ausgetragenen Streit mit dem Betriebsrat, versucht VW-Chef Diess, die Wogen zu glätten. In einer internen Botschaft wendet er sich an die Mitarbeiter.

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Der Automanager appelliert an die VW-Belegschaft, sich der Transformation zu stellen. Quelle: imago images/sepp spiegl

Im Ringen um das Tempo der Transformation versucht Volkswagen-Chef Herbert Diess, den Mitarbeitern Sorgen um ihre Arbeitsplätze zu nehmen. „Angst ist ein schlechter Ratgeber. Es sollte keiner Angst haben“, beschwichtigte er in einem am Dienstag im Mitarbeiterportal des Wolfsburger Unternehmens veröffentlichten Video-Interview. „Wir sind ein soziales Unternehmen, wir haben eine Arbeitsplatzsicherung ausgesprochen bis 2029.“

Volkswagen müsse sich aber dem Wettbewerb durch den US-Elektroautobauer Tesla stellen, der 200 Kilometer von Wolfsburg entfernt in Grünheide bei Berlin eine neue Fabrik hochzieht.

Diess betonte, es gebe keinen Plan zum Abbau von 30.000 Stellen. „Wir diskutieren und sprechen mit dem Betriebsrat über einen Zukunftsplan für Wolfsburg. Wie muss Wolfsburg aussehen im Jahr 2030, 2035, damit es zukunftsfähig ist?“ Dabei gehe es nicht vordringlich um Arbeitsplatzabbau, sondern um Wettbewerbsfähigkeit in der neuen Welt. Dabei würden sicherlich auch „einige alte Arbeitsplätze“ verlorengehen.

Diess zeigte sich zuversichtlich, dass das Stammwerk in Wolfsburg - Mitarbeiter und Führungskräfte - in der Lage sei, den Wandel zu bewältigen. Dazu sei ein Ruck nötig.

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    Der VW-Chef hatte zuletzt mit Äußerungen über einen möglichen Stellenabbau für Unruhe in der Belegschaft gesorgt. Der Betriebsrat kritisierte ihn daraufhin massiv. Aus Arbeitnehmerkreisen hatte es geheißen, das Vertrauen zu Diess sei beschädigt.

    Zuletzt hatte auch das Land Niedersachsen als zweitgrößter VW-Aktionär Distanz erkennen lassen. Damit drohte dem Konzernchef im Aufsichtsrat ein Verlust an Rückhalt. Hinter den Kulissen versucht Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch Insidern zufolge, die Wogen zu glätten, damit Diess im Amt bleiben kann.

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