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Automarkt US-Autobauer GM und Ford setzen allein auf SUVs und Pick-ups

Die US-Autobauer setzen in Nordamerika komplett auf SUVs und Pickups. Modelle wie der Ford Fiesta haben dagegen in den USA keine Zukunft mehr.

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Ford und GM setzen allein auf SUVs und Pick-ups Quelle: AP

New York Fiat Chrysler hat den Schritt schon vor zwei Jahren gewagt: Sergio Marchionne stellt in den USA nur noch SUVs und Pickups her. Kompaktwagen und Limousinen, die jahrzehntelang einen großen Anteil an den Verkäufen von Chrysler hatten, sind Geschichte. Nun ziehen auch Ford und GM nach.

Der US-Riese Ford, der in den kommenden Jahren 11,5 Milliarden Dollar einsparen will, reagiert radikal und streicht die Palette der traditionellen Autos fast komplett zusammen: „Angesichts der sinkenden Nachfrage und Margen der Produkte, wird das Unternehmen nicht in die nächste Generation von traditionellen Ford-Modellen für Nordamerika investieren“, teilte Ford am Dienstag bei Bekanntgabe seiner Quartalszahlen mit.

Ford lässt darum gleich mehrere Baureihen, die in Europa außergewöhnlich erfolgreich sind, auf dem Heimatmarkt auslaufen. Der Kleinwagen Fiesta, der kompakte Focus, aber auch der Mondeo, der in Amerika als Fusion verkauft wird, sollen in den USA künftig nicht mehr verkauft werden.

In den nächsten Jahren werden in Nordamerika nur noch der gut verkaufte Mustang und der neue Focus Active Crossover angeboten. Stattdessen setzt der Konzern auf mehr SUV-Modelle und Pick-up. Der Ford F-150, ein riesiger Pick-up steht seit 30 Jahren an der Spitze der US-Zulassungsstatistik und wurde alleine 2017 weltweit mehr als eine Million Mal verkauft.

Dabei zeigt die Zulassungsstatistik sehr deutlich: Amerikaner wollen große Autos. Neben den SUVs und Crossover boomen vor allem die Pick-ups: Jene spritfressende rund fünf Meter lange Pritschenwagen mit großer Ladefläche stehen für das amerikanische Lebensgefühl. Jedes sechste Auto, das in den USA im vergangenen Jahr verkauft wurde, war ein Pick-up.

In den vergangenen neun Jahren ist der Markt-Anteil der SUVs und Pickups von 50 Prozent auf 65 Prozent im Jahr 2017 gestiegen, zeigen die Zahlen des Marktforschungs-Instituts LMC Automotive. Und sie wachsen weiter.

Jessica Caldwell, Analystin des Auto-Bewertungshauses Edmunds, begrüßt darum den Vorstoß. „Für Ford könnte es genau das sein, was die Marke braucht“, sagte sie der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Aber der Schritt ist nicht ohne Risiko: Ford vergrault bewusst seine traditionellen Kunden und gibt Marktanteile ab“, mahnt Caldwell.

Auch der größte amerikanische Autohersteller wagt allerdings den schleichenden Umstieg auf größere Modelle: General Motors kündigte an, die Schichten in seiner Fabrik in Lordstown in Ohio herunterzufahren, wo der Chevrolet Cruze Sedan gebaut wird. Gleichzeitig führt GM in Tennessee gerade die dritte Schicht ein: Dort wird der SUV GMC Acadia und der Cadillac XT5 Crossover gebaut.

Bei Fiat Chrysler hat sich die Abkehr von traditionellen Limousinen und Kleinwagen bereits bezahlt gemacht. Im ersten Quartal ist der Umsatz in den USA, Kanada und Mexiko zwar auch wegen des schwachen Dollars gegenüber dem Vorjahr zwar leicht gesunken. Aber die Region machte auch in den ersten drei Monaten immer noch mehr als 60 Prozent des Gesamt-Umsatzes von 27 Milliarden Euro und mehr als drei Viertel des operativen Gewinns von 1,6 Milliarden Euro aus.

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