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Autovermieter Sixt freut sich über höhere Mietwagenpreise

Der Autovermieter hat im abgelaufenen Quartal wieder einen Gewinn erzielt. Auch der aktuelle Streik der Lokführer kurbelt die Nachfrage bei Sixt an.

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Im abgelaufenen Quartal erwirtschaftete der Autovermieter einen Vorsteuergewinn von knapp 78 Millionen Euro. Quelle: dpa

Der Autovermieter Sixt setzt wegen der Corona-Lockerungen auf dauerhaft höhere Mietwagenpreise und eine anziehende Nachfrage. „Der weltweite Reisemarkt steht an einem Wendepunkt nach anderthalb Jahren Pandemie. Wir alle sehen den Wunsch und das Bedürfnis zu reisen“, sagte Co-Chef Konstantin Sixt am Donnerstag.

Einen Schub erhalte das Unternehmen dabei auch vom derzeitigen Streik der Lokführer: Schon seit der Ankündigung des Ausstands steige die Nachfrage. „Herr Weselsky ist schon wieder unser Mitarbeiter des Monats“, sagte Sixt mit Verweis auf den Chef der Lokführer-Gewerkschaft GDL, Claus Weselsky.

In Europa zog die Nachfrage vor allem zu Beginn der Sommer-Reisezeit Ende des zweiten Quartals an. In den USA habe sich die Reisetätigkeit mit dem Impffortschritt und dem weitgehenden Wegfall von Reiserestriktionen normalisiert, teilte das Unternehmen mit.

Zugleich stiegen die Preise, weil viele Autovermieter in der Pandemie ihre Flotten reduzierten und nun wegen der Produktionsprobleme der Autoindustrie Schwierigkeiten haben, genügend neue Fahrzeuge zu bekommen. „Die Rahmenbedingungen für unser Geschäft sind deutlich besser als vor ein paar Monaten“, sagte Konstantin Sixt. Zusammen mit seinem Bruder Alexander hatte er die Unternehmensführung im Juni vom Vater Erich Sixt übernommen, der nun dem Aufsichtsrat vorsitzt.

Die höheren Preise könnten zwar wieder etwas sinken, sagte der für die Strategie und die Organisation verantwortliche Alexander Sixt. „Wir glauben aber, dass sich ein höheres Preisniveau durchsetzen wird.“ Die Niedrigpreis-Strategie der Wettbewerber habe nicht verfangen, wie an den Insolvenzen zu sehen sei. Zu den Opfern der Pandemie gehörte unter anderem der US-Autovermieter Hertz, der im Mai 2020 Gläubigerschutz beantragte.

Umsatz liegt noch unter Vorkrisenjahr 2019

Im abgelaufenen Quartal erwirtschaftete Sixt einen Vorsteuergewinn von knapp 78 Millionen Euro, nach einem Verlust von 117,7 Millionen Euro 2020. Der Umsatz lag mit knapp 500 Millionen Euro zwar mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahresquartal, aber immer noch ungefähr ein Fünftel unter dem Niveau vor Ausbruch der Krise.

In der gesamten ersten Jahreshälfte seien die Geschäfte noch von den Corona-Restriktionen geprägt gewesen, die Nachfrage ziehe erst seit wenigen Monaten an, schrieben die Analysten von Jefferies. An der Börse wurden die Zahlen mit Verkäufen quittiert: In der Spitze verlor die Aktie mehr als sieben Prozent und markierte mit 112,40 Euro ein Dreiwochentief. Seit Jahresbeginn hat sie aber immer noch fast ein Viertel zugelegt.

Für das Gesamtjahr rechnet Sixt weiterhin mit einem Umsatzplus von rund einem Drittel auf 1,95 bis 2,1 Milliarden Euro - unter dem Vorbehalt, dass das Preisniveau erhalten bleibe und es nicht zu neuerlichen Einschränkungen im Flugverkehr komme. Vor allem das vierte Quartal sei mit Unsicherheiten behaftet, sagte Alexander Sixt. „Hier sind wir letztlich von dem Verlauf des Infektionsgeschehens und den Entscheidungen der Politik abhängig.“

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