WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Autozulieferer Delphi will weiter profitabel wachsen

Der US-Autozulieferer Delphi sieht erstmals Anzeichen für eine Stabilisierung des Marktes in Europa. Das Unternehmen will nun mit überdurchschnittlicher Rendite wachsen. Der Umsatz soll wieder steigen.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Delphi sei heute ein ganz anderes Unternehmen als früher, so Konzernchef Rodney O'Neal. Quelle: ap

Der zwischenzeitlich insolvente und 2011 neu an der New Yorker Börse gestartete Automobilzulieferer Delphi macht weitere Fortschritte. „Delphi will nicht einfach groß sein, sondern Wert schaffen“, sagte Konzernchef Rodney O’Neal dem Handelsblatt (Mittwochausgabe). „Unser Ziel ist es, mit überdurchschnittlicher Rendite zu wachsen. Der Zielkorridor für die Marge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) liegt zwischen 15 und 16 Prozent." Im laufenden Quartal werde der Umsatz dort wohl wieder steigen, erklärte der Bosch - und Conti -Rivale am Dienstag. Auch der Trend bei der Umsatzentwicklung zeigt aufwärts: Im abgelaufenen Vierteljahr sanken Delphis Erlöse in Europa nur noch um fünf Prozent, nach einem Minus von sieben Prozent im zweiten und von 17 Prozent im ersten Quartal.
Im laufenden Jahr erreichte Delphi ohne Sondereffekte bisher eine Ebitda-Marge von 14,4 Prozent. „Delphi ist heute ein ganz anderes Unternehmen als früher. Wir haben uns beim Neuaufbau an den relevanten Megatrends der Autoindustrie orientiert, allen voran Sicherheit, Umweltfreundlichkeit und Vernetzung“, so O’Neal.

Die Anleger honorieren das. Der Aktienkurs hat sich seit dem Neustart an der Börse im November 2011 auf zuletzt gut 57 Dollar mehr als verdoppelt. Treiber sind Komponenten, die wie Einspritzpumpen den Verbrauch senken oder Systeme, die das Auto sicherer machen und mit dem Internet verbinden.

Die Kundenbasis der ehemaligen General-Motors-Tochter ist heute wesentlich breiter als früher. „Lange entfiel die Hälfte unseres Geschäfts weiter auf GM“, sagte O’Neal. „Heute sind es nur noch 18 Prozent.“ Zweitgrößter Kunde ist Volkswagen mit elf Prozent, gefolgt von Daimler mit sieben Prozent. Unter den zehn größten Kunden finden sich zudem die europäischen Hersteller Fiat, Peugeot und Renault.

Auch regional ist Delphi nicht mehr so stark von den USA abhängig. Vom Jahresumsatz von zuletzt 15,5 Milliarden Dollar entfielen 6,4 Milliarden Dollar oder 41 Prozent auf die Region Europa, Naher Osten und Afrika und nur 5,3 Milliarden Dollar (34 Prozent) auf Nordamerika. „Künftig soll jede Region 30 Prozent des Umsatzes erwirtschaften“, kündigte O’Neal an. Besonders in China will Delphi wachsen.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Erst am Montag hatten aktuelle Zahlen Hoffnungen auf eine Trendwende am deutschen Automarkt genährt: Im Oktober wurden hier 2,3 Prozent mehr Autos zugelassen als vor einem Jahr. Experten gehen davon aus, dass sich die Nachfrage auf Europas größtem Pkw-Markt weiter erholt.

    Delphi-Chef Rodney O'Neal äußerte sich zur weiteren Konzern-Entwicklung vorsichtig. Obwohl das Unternehmen im abgelaufenen Quartal mit Zuwächsen bei Gewinn und Umsatz die Erwartungen erfüllte, kappte es die Prognosen für das Gesamtjahr. Delphi-Aktien verloren an der New Yorker Börse knapp fünf Prozent.

    © Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%