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Autozulieferer Mahle schreibt wieder schwarze Zahlen

Der Autozulieferer aus Stuttgart macht wieder einen kleinen Gewinn. Damit scheint der Turnaround gelungen. Mahle-Chef Frick bleibt aber vorsichtig.

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Die Stuttgarter sind nach der Coronakrise wieder profitabel. Quelle: dpa

Der kriselnde Autozulieferer Mahle hat im ersten Halbjahr erstmals seit 2018 wieder einen kleinen Gewinn verbucht, liegt beim Umsatz aber weiter unter dem Vor-Corona-Niveau. Der Stuttgarter Konzern vermeldete für den Zeitraum zwischen Januar und Ende Juni am Dienstag Erlöse von 5,66 Milliarden Euro. Das ist gut ein Drittel mehr als im coronageplagten Vorjahr - im ersten Halbjahr 2019 lagen die Umsätze allerdings noch über der Sechs-Milliarden-Marke.

Immerhin konnte der Konzern erstmals seit drei Jahren wieder einen Gewinn bei der Vorstellung seiner Halbjahreszahlen präsentieren - auch wenn dieser mit 54,9 Millionen Euro eher gering ausfiel. Im Vorjahr hatte Mahle in der ersten Jahreshälfte einen Verlust von 292,8 Millionen Euro eingefahren, 2019 lag das Minus zum Halbjahresschluss bei rund 42 Millionen Euro.

Die höchsten Umsatzzuwächse erwirtschaftete das Unternehmen nach eigenen Angaben nun in den Bereichen Elektronik und Mechatronik. Produktivitätssteigerungen und Kosteneinsparungen hätten zu dem Plus beigetragen. Man habe damit den „Turnaround“ geschafft, sagte Interims-Firmenchef Michael Frick, der den Posten des Vorsitzenden der Geschäftsführung Ende März nach dem Abgang von Jörg Stratmann übernommen hatte. „Die positiven Zahlen belegen, dass wir insgesamt profitabler und effizienter geworden sind.“

Beim Ausblick aufs zweite Halbjahr gab sich Mahle vorsichtiger. Dieses könne wegen Risiken wie hoher Rohstoffpreise und weiterer Halbleiter-Engpässe „volatiler“ werden, hieß es. Gleichwohl erwarte man am Jahresende ein Umsatzplus und ein positives Ergebnis.

Lange verdiente Mahle sein Geld vor allem mit Filtern, Kolben und Pumpen für den Verbrennungsmotor, doch seit dem verstärkten Umstieg etlicher Autobauer auf die E-Mobilität gilt das nicht mehr als tragfähiges Geschäftsfeld. Arbeitnehmervertreter warfen Mahle zuletzt vor, sich zu spät und zu unentschlossen auf die neuen Erfordernisse umgestellt zu haben. Um die Krise zu meistern, hat das Unternehmen einen harten Sparkurs mit Stellenstreichungen und Werksschließungen eingeschlagen. Vor einem Jahr war bekanntgeworden, dass weltweit zusätzlich 7600 Jobs wegfallen sollen, davon 2000 in Deutschland. Ende 2020 zählte Mahle noch rund 72.000 Beschäftigte.

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