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Autozulieferer Verhandlung gescheitert – Neue Halberg Guss vor ungewisser Zukunft

In Frankfurt feilschen IG Metall und der Autozulieferer um eine Lösung in dem festgefahrenen Streit. Streikende Mitarbeiter zeigen sich entschlossen.

In Frankfurt setzt sich der Konflikt um die Zukunft des Autozulieferers fort. Quelle: dpa

FrankfurtNach vier Wochen Streik und zähen Verhandlungen zeichnet sich beim Autozulieferer Neue Halberg Guss (NHG) weiter keine Lösung des Konflikts ab. Die IG Metall und das Management der Prevent-Tochter konnten sich am Donnerstag in Frankfurt auf keinen Sozialtarifvertrag einigen, wie beide Seiten bestätigten. Die Verhandlungen waren von Protesten begleitet worden, an denen rund 600 Beschäftigte aus Saarbrücken und Leipzig teilnahmen.

Streitpunkte waren unter anderem die Abfindungen und Sozialleistungen für Beschäftigte, die entlassen werden sollen. Der Standort Leipzig soll zum Ende kommenden Jahres geschlossen werden. Ein neuer Gesprächstermin wurde laut IG Metall nicht vereinbart.

Dafür sehen sich die Streitparteien aber bereits an diesem Freitag wieder bei einer Verhandlung vor dem Arbeitsgericht Frankfurt. Das Management will den Arbeitskampf für nicht rechtmäßig erklären lassen.

Das Unternehmen hatte ein neues Angebot vorgelegt. Das Management bot nach eigenen Angaben den zur Entlassung stehenden Mitarbeitern Abfindungen an, wenn der seit vier Wochen andauernde Streik umgehend beendet werde. Auch sollte eine Transferagentur eingerichtet werden.

Die verbleibenden Beschäftigten im Saarbrücker Stammwerk sollten bis zum Ende des kommenden Jahres vor Kündigungen geschützt werden und zu den Regelungen des IG-Metall-Flächentarifvertrags mit der 35-Stunden-Woche zurückkehren können, teilte das Unternehmen mit.

Die IG Metall sprach von einer Verschlechterung der bisherigen Offerte. Die Geschäftsführung habe sich nicht einen Millimeter nach vorn bewegt, sondern zurück, erklärte Verhandlungsführer Uwe Schütz. „So hat die heutige Verhandlung das Klima zwischen Management und IG Metall weiter belastet: Es scheinen ausschließlich wir zu sein, die eine schnelle Lösung des Konfliktes anstreben, die Arbeitgeberseite hat dazu heute nichts beigetragen“. Ein Sprecher der NHG erklärte sein Bedauern über das Scheitern.

Bei den Abfindungen hat NHG nach eigenen Angaben am Donnerstag einen Faktor von 0,4 Bruttogehältern pro Jahr der Betriebsangehörigkeit angeboten. Laut IG Metall war in früheren Gesprächen von einem Faktor 0,6 die Rede. Bei einem beispielhaften Monatsgehalt von 5000 Euro ergäben sich bei einem seit 20 Jahren bei der NHG Beschäftigten je nach Faktor eine Abfindung von 40.000 beziehungsweise 60.000 Euro.

„Eigentlich wollen wir arbeiten“

Der Hersteller von Motorblöcken und Antriebswellen gehört seit Jahresbeginn zur Prevent-Gruppe, die sich vor allem mit VW immer wieder erbittert um Lieferkonditionen gestritten und Aufträge verloren hat. Das Management will das NHG-Werk Leipzig mit 700 Beschäftigten Ende 2019 schließen. Im Stammwerk Saarbrücken mit rund 1500 Beschäftigten wurde zuletzt ein Abbau von 300 Jobs erwogen. Die Beschäftigten streiken seit dem 14. Juni für einen Sozialtarifplan.

Der IG-Metall-Hauptkassierer Jürgen Kerner warf Prevent und deren Eignerfamilie Hastor vor, das Unternehmen leer räumen zu wollen. Die Gewerkschaft verlange eine vernünftige Perspektive für die Beschäftigten. „Wir lassen uns nicht mit Almosen abspeisen. Eigentlich wollen wir arbeiten. Aber wenn ihr die Arbeit kaputt macht, zahlt wenigstens anständig“, verlangte Kerner.

NHG-Geschäftsführer Alexander Gerstung forderte ein Ende des Streiks, um nicht weitere Aufträge zu verlieren. In den vergangenen Tagen hätten mehrere Kunden angekündigt, die für die Produktion notwendigen Werkzeuge aus den NHG-Werken abzuziehen. „Entscheidend ist jetzt, unverzüglich den Betrieb wieder aufzunehmen und unsere langjährigen Kunden wieder zu beliefern. Nur so können wir die Arbeitsplätze sichern“, erklärte Gerstung laut einer Mitteilung.

Am Freitag wird sich das Arbeitsgericht Frankfurt mit der Sache beschäftigen. Die eigentlich für Donnerstag angesetzte Verhandlung einer Klage der Geschäftsleitung gegen den Bundesvorstand der IG Metall ist auf den Freitag vertagt worden.

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