Autozulieferer Vitesco erwartet noch bis Jahresende Lieferengpässe bei Halbleitern

Der Autozulieferer plant für 2022 vorsichtig, die Chipkrise bleibt erst einmal Dauerbegleiter. Hinzu kommen Unabwägbarkeiten im Ukrainekrieg.

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Vitesco Technologies peilt für das Gesamtjahr einen Umsatz zwischen 8,6 und 9,1 Milliarden Euro an. Dabei wird der Fokus auf Elektromobilität gesetzt.

Der Autozulieferer Vitesco erwartet eine spürbare Entspannung in der Chipkrise erst im vierten Quartal. Die erste Jahreshälfte werde noch von Lieferengpässen bei Halbleitern mit Auswirkungen auf das Produktionsvolumen geprägt sein, teilte das Regensburger Unternehmen am Freitag mit. Danach setze eine Normalisierung ein.

Die Produktion von Autos und Nutzfahrzeugen dürfte anziehen. „Jedoch sind die Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krieges auf die globale wirtschaftliche Erholung im laufenden Jahr noch nicht abschließend abschätzbar“, sagte Vitesco-Chef Andreas Wolf.

In das laufende Jahr sei Vitesco gut gestartet, betonte Wolf. Das Unternehmen habe einen Großauftrag eines globalen Kunden in der Größenordnung von zwei Milliarden Euro für elektrische Achsen erhalten. Nähere Informationen würden zeitnah bekanntgegeben.

Vitesco setzt auf den Ausbau der Elektromobilität und will das Geschäft mit Verbrennertechnologie nach und nach auslaufen lassen. Er gehe davon aus, dass sich der Wandel in der Autobranche in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts weiter beschleunige, sagte Wolf. Entsprechend könnte auch in den Jahren nach 2025/26 der Abschied aus der nicht mehr zum Kerngeschäft zählenden Verbrennertechnologie schneller kommen als bislang angenommen.

Für das Gesamtjahr peilt die ehemalige Continental-Antriebssparte einen Umsatz zwischen 8,6 und 9,1 Milliarden Euro an, nach 8,3 Milliarden 2021. Neben der allgemein steigenden Autoproduktion dürfte Vitesco vom Trend in Richtung Elektrifizierung profitieren.

Gegenläufig wirkten allerdings die erwartete Reduzierung in der Auftragsfertigung für Continental sowie in den nicht zum Kerngeschäft zählenden Geschäftsbereichen. Die bereinigte Gewinnmarge dürfte zwischen 2,2 und 2,7 Prozent liegen und damit über den 1,8 Prozent des Jahres 2021, beim Barmittelzufluss erwartet Vitesco mehr als 50 Millionen Euro.

Der Krieg in der Ukraine belaste Vitesco nur mittelbar, sagte Wolf. Vitesco verfüge über keine Standorte in der Ukraine oder in Russland und kaufe auch keine Teile in diesen Ländern direkt ein.

Allerdings sei man von Produktionsunterbrechungen bei den Autoherstellern wegen fehlender Kabelbäume betroffen. Viele Autobauer haben nach Ausbruch des Krieges die Produktion zunächst gedrosselt, weil wichtige Teile fehlten. Inzwischen laufen die Produktionsbänder aber wieder schneller.

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