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BASF Konzernchef Bock will säen und ernten

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Ausbau in Asien

Ein Mann in einem Treibhaus von BASF

Im Einzelnen heißt das etwa:

  • Bis 2020 soll der Umsatz im Pflanzenschutz, also mit Mitteln gegen Pilz- oder Insektenbefall, von vier auf sechs Milliarden Euro steigen. Hinzu kommen die Erlöse aus dem Saatgutgeschäft. Mithilfe der Gentechnik will die BASF ertragsstärkere und widerstandsfähigere Pflanzen züchten, die sie dann von Kooperationspartnern wie dem US-Konzern Monsanto vermarkten lässt.

    Die kürzlich beantragte EU-Zulassung der gentechnisch veränderten Kartoffel Fortuna, die resistent gegen die verbreitete Kraut- und Knollenfäule ist, markiert erst den Anfang. Ebenso entwickeln die Ludwigshafener ein Rapsöl, das die Grundlage für eine Reihe gesundheitsfördernder Nahrungsmittel bilden soll.

  • In die Entwicklung und Produktion neuer Batteriematerialien für Elektroautos will Bock in den nächsten fünf Jahren einen dreistelligen Millionenbetrag investieren. Die jährlichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung sollen sich dadurch von derzeit 30 auf 50 bis 60 Millionen pro Jahr erhöhen. In Elyria im US-Bundesstaat Ohio baut die BASF bereits eine Anlage, um Materialien für Lithium-Ionen-Batterien herzustellen.

Kürzlich kündigte Bock die Gründung einer neuen Geschäftseinheit namens Battery Materials an, um die Entwicklung stärker voranzutreiben. Gemeinsam mit Daimler stellte die BASF auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt bereits ein Elektroauto der Zukunft vor – der Chemiekonzern lieferte etwa leichte Kunststoffmaterialien zu.

Regional wird Bock vor allem das Geschäft in den Schwellenländern Asiens und Lateinamerikas ausbauen. Vor allem China spielt für die BASF eine wichtige Rolle. In dem Riesenreich spielt die Zukunftsmusik für die Chemiebranche. Dort wächst die Nachfrage nach Autos oder Elektronik – und den darin enthaltenen Chemieerzeugnissen.

Noch gibt es Schwächen

So kündigte Bock bereits an, künftig einen seiner Geschäftsbereiche nach China zu verlegen: Die Sparte Pigmente und Dispersionen (unter anderem Harze und Lack-Zusatzstoffe) mit einem Umsatz von 3,2 Milliarden Euro wird vom 1. Januar an von Hongkong aus geführt. „Für unseren Geschäftsbereich ist Asien bereits heute der größte Markt“, sagt der zuständige BASF-Manager Markus Kramer.

Einige Schwächen finden sich allerdings noch in der bisherigen Strategie. „BASF ist in China gut aufgestellt, aber in anderen südostasiatischen Ländern wie Thailand, Indonesien oder den Philippinen fehlt es an einer klaren Strategie“, sagt ein guter Kenner der Ludwigshafener Verhältnisse. Die BASF sei zu sehr auf China fixiert.

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