BASF Chemieriese klagt gegen belgischen Konzern

Exklusiv

Der Chemiekonzern BASF verklagt den Katalysatorenhersteller Umicore wegen Benachteiligung im Geschäft mit Batterien für E-Autos.

BASF Quelle: dpa

Der Ludwigshafener Chemieriese BASF verklagt den belgischen Katalysatorenhersteller Umicore wegen Patentverletzungen vor dem US-Bezirksgericht Wilmington im Bundesstaat Delaware. BASF seien durch falsche Angaben von Umicore „Milliarden Dollar an möglichen Umsätzen“ entgangen. Bei Elektroautos, die 2016 und 2017 auf den Markt kämen, sei BASF deshalb als Zulieferer für Batteriehersteller aus dem Rennen. Der Chemiekonzern fordert nun vom Gericht die Feststellung der Verstöße und Schadensersatz in nicht näher bezifferter Höhe. Bis zum 17. April muss sich Umicore zu den Vorwürfen äußern. Umicore weist die Vorwürfe zurück und will sich energisch verteidigen, heißt es in einer Stellungnahme.

Die betroffenen Patente mit den Nummern 6,677,082 und 6,680,143 beziehen sich auf Material für Nickel/Mangan-Kobalt-Kathoden, die in der nächsten Generation von Lithium-Ionen-Akkus eingesetzt werden sollen. Sie sollen mehr Energie speichern und Elektroautos länger fahren lassen als heutige Batterien. Die Technologie wurde vom Argonne National Laboratory entwickelt, einem Institut des US-Energieministeriums. BASF hatte die Technologie 2009 lizenziert. Der Chemiekonzern und Argonne haben die Klageschrift, die der WirtschaftsWoche vorliegt, gemeinsam eingereicht. Umicore beruft sich auf Patente des US-Mischkonzerns 3M, die das Unternehmen lizenziert habe. Der belgische Hersteller hatte der Schrift zufolge einem potenziellen BASF-Kunden mit einer „Klage auf Basis der 3M-Patente“ gedroht, wenn der Aufträge an die Ludwigshafener vergebe.

Seit einigen Jahren setzt BASF große Hoffnungen in das Batteriegeschäft und will 2020 in diesem Bereich jährlich einen halbe Milliarde Euro umsetzen. Derzeit ist es ein zweistelliger Millionenbetrag. Um das Geschäft voranzutreiben, eröffnete BASF vor drei Jahren im US-Bundesstaat Ohio eine eigene 50 Millionen Dollar teure Produktion. Vor wenigen Wochen gründete BASF mit dem japanischen Hersteller Toda Kogyo ein Gemeinschaftsunternehmen, das sich auf Kathodenmaterialien für Lithium-Ionen-Batterien spezialisiert.

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