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BASF Konzernchef Bock will säen und ernten

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Düngemittel-Geschäft verkauft

Genkartoffeln der Sorte Amflora des Chemiekonzerns BASF Quelle: dapd

BASF-Forscher haben gerade die Zulassung für eine gentechnisch veränderte Speisekartoffel namens Fortuna beantragt. Die Proteste dürften nicht lange auf sich warten lassen und noch heftiger ausfallen als bei der Genkartoffel Amflora – einer weiteren BASF-Züchtung, aus der sich Stärke gewinnen lässt, die etwa Garn reißfester und Papier glänzender machen soll.

Umgekehrt hat der Chemiekonzern damit begonnen, sich – zu großen Teilen – von Standardprodukten wie Düngemitteln und Styrolkunststoffen zu trennen. Die Düngemittelaktivitäten, einst ein Kerngeschäft, verkaufte Bock vor wenigen Wochen an das russische Unternehmen Eurochem.

Die Styrolkunststoffe brachten die Ludwigshafener in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem britischen Chemieproduzenten Ineos ein.

Die größten Chemiekonzerne der Welt
Das Mitsubishi Chemical-Werk in Yokohama Quelle: Pressebild
Platz 8: Dupont Quelle: dpa
Platz 7:LyndellBasell Quelle: AP
Screenshot Formosa Plastics Quelle: Screenshot
Platz 4: Exxon Mobil Quelle: Reuters
Platz 6: Sabic Quelle: dpa
Platz 6: Shell Quelle: Reuters

Bei seinen ersten Auftritten konnte Bock offenbar die Mitarbeiter überzeugen. Viele hatten in dem ehemaligen Finanzchef eher einen spröden Zahlenmenschen gesehen. Inzwischen loben sie ihn häufig für seinen teamorientierten Führungsstil.

Bock redet nicht nur mit seinen obersten Führungskräften, sondern „begibt sich auch schon mal in die Niederungen“, um sich die Einschätzungen subalterner Angestellter anzuhören, heißt es aus dem Konzern über den Boss. Vorgänger Jürgen Hambrecht habe demgegenüber ein strafferes Regiment geführt: „Der wusste immer, wo Norden ist.“

Gleichwohl wird Bock zunächst etwas kleinere Brötchen backen als Hambrecht, der sich mit glänzenden Zahlen verabschiedete. Vor einigen Wochen musste der BASF-Lenker einräumen, dass die Kunden in Zeiten der allgemeinen Euro-Verunsicherung vorsichtiger disponieren und bestellen. Nichtsdestotrotz sollen Umsatz und Ergebnis in diesem Jahr „signifikant“ gegenüber dem Vorjahr 2010 steigen.

Bock setzt auf das Potenzial der bestehenden Geschäfte

Während Hambrecht die BASF vor allem durch Akquisitionen wie Engelhard (Katalysatoren), Ciba und Cognis (Spezialchemie) stärkte, hat es Nachfolger Bock mit Zukäufen erst mal nicht eilig. Die neu erworbenen Unternehmen müssen erst einmal verdaut werden. Stattdessen setzt er erst mal auf das Potenzial der bestehenden Geschäfte.

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