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Batteriehersteller Varta kauft Geschäft mit Haushaltsbatterien zurück

US-Batteriehersteller Energizer muss das Geschäft mit Haushaltsbatterien der Marke Varta abgeben. Nun kehrt die Sparte zurück zu ihren Wurzeln.

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Varta kauft Geschäft mit Haushaltsbatterien von Energizer zurück Quelle: Reuters

München Das Traditionsunternehmen Varta kauft nach 17 Jahren das Geschäft mit Haushaltsbatterien und Taschenlampen zurück und verdoppelt damit seinen Umsatz. Der bisherige Eigentümer, der US-Batteriehersteller Energizer, musste die Sparte auf Geheiß der EU-Kartellbehörden abgeben.

Varta zahlt unter dem Strich 100 Millionen Euro für das Europa-Geschäft und für die Markenrechte für Haushaltsbatterien, wie das Unternehmen am Mittwoch im schwäbischen Ellwangen mitteilte. „Mit dieser Transaktion nutzen wir die einmalige Chance, zusammenzuführen, was zusammengehört“, sagte Vorstandschef Herbert Schein.

Unter dem Dach der börsennotierten Varta AG wurden bisher nur Knopfzellen etwa für Hörgeräte und Kopfhörer sowie Batterien zur Speicherung von Energie etwa aus Photovoltaik-Anlagen gebaut. Damit setzt Varta 300 Millionen Euro um, künftig werden es rund 600 Millionen sein.

Das operative Ergebnis (Ebitda), für 2019 auf 67 Millionen Euro geschätzt, soll durch den Zukauf auf rund 100 Millionen schnellen. Die Batteriefabrik in Dischingen wird mit übernommen. Der stabile Mittelzufluss durch den Verkauf von Haushaltsbatterien soll in den Ausbau des Geschäfts mit Lithium-Ionen-Akkus investiert werden, wie Schein erläuterte.

Energizer rechnet mit einem Erlös von 401 Millionen Dollar aus dem Verkauf. Die Hälfte davon steuert der vorherige Eigentümer Spectrum Brands bei, der die Batteriemarken Varta und Rayovac 2018 für zwei Milliarden Dollar an den Rivalen verkauft hatte. Außerhalb Europas kann Energizer die Marke Varta über Lizenzverträge weiter nutzen. „Der erwartete Kaufpreis liegt deutlich unter dem Wert, der im Rahmen von Transaktionen vergleichbarer Unternehmen gezahlt wird“, sagte Varta-Finanzchef Steffen Munz. Finanziert werde der Zukauf über einen Kredit.

Mit der Übernahme kommen zwei der drei Unternehmen wieder zusammen, die Varta-Batterien herstellen. Nur das Geschäft mit Autobatterien gehört weiterhin dem US-Autozulieferer Johnson Controls. Die Industriellenfamilie Quandt, die auch an BMW beteiligt ist, hatte die mehr als 120 Jahre alte Varta 2002 zerschlagen. Der österreichische Investor Michael Tojner, einer der Gründer des Wettanbieters bwin, hatte damals die kleinste Sparte, Mikrobatterien, übernommen. Im Herbst 2017 brachte er das Unternehmen wieder an die Börse.

Mehr: Varta hat ein erfolgreiches Jahr hinter sich. Nun bemüht sich der Batteriehersteller um den Einstieg bei großen Lithium-Ionen-Batteriezellen.

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