Baubranche Baufirmen leiden verstärkt unter Materialmangel – Preise steigen

Hamburg: Arbeiter leeren auf einer Baustelle eines Neubaus ein Behälter für Beton. Quelle: dpa

Die Baupreise für Wohngebäude ziehen um 14 Prozent an, zeigen jüngste Statistiken und das Münchner Info-Institut warnt: Der Ukraine-Krieg führe zu hohen Unsicherheit bei den Lieferketten.

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Die deutschen Baufirmen klagen auch als Folge des russisches Einmarsches in die Ukraine zunehmend über Materialmangel. Im Hochbau meldeten im März 37,2 Prozent Knappheiten bei Baustoffen, nach 23,5 Prozent im Februar, wie das Münchner Ifo-Institut am Freitag zu seiner monatlichen Unternehmensumfrage mitteilte. Auch im Tiefbau verschlechterte sich die Lage merklich: Hier leiden inzwischen 31,5 Prozent der Betriebe unter Lieferengpässen. Im Vormonat lag der Anteil noch bei 17,5 Prozent. „Der Angriff Russlands auf die Ukraine hat zu einer hohen Unsicherheit mit Blick auf die Lieferketten geführt“, sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. „Die Materialpreise für viele Rohstoffe schwanken in Folge des Krieges deutlich stärker.

Zudem beziehen viele Unternehmen Vorprodukte aus Russland oder der Ukraine. „Das erschwert die Bauplanung“, sagte Wohlrabe. Eine Konsequenz davon sei, dass die Unternehmen weiter die Preise erhöhen wollen. Die Preispläne im Baugewerbe sind demnach im März auf ein neues Rekordniveau gestiegen: Sie kletterten von 43,8 auf 48,9 Punkte. Viele Unternehmen geben die gestiegenen Einkaufspreise an ihre Kunden weiter.

Die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude in Deutschland steigen auch ohne die Kriegs- und Sanktionsfolgen bereits stark. Im Februar legten sie um 14,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu, wie das Statistische Bundesamt ermittelte. „Den stärksten Anstieg gab es dabei bei den Zimmer- und Holzbauarbeiten“, hieß es dazu. Sie sind aufgrund der erhöhten Nachfrage nach Bauholz im In- und Ausland um 33,9 Prozent teurer geworden.

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Andreas Toller
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Die Auftragsbücher der Baubranche sind derweil gut gefüllt. Die Zahl der Genehmigungen für neue Wohnungen etwa fiel 2021 so hoch aus wie seit 22 Jahren nicht mehr. Die Behörden gaben grünes Licht für den Bau von mehr als 380.000 Wohnungen. Die Ampel-Koalition von SPD, Grünen und FDP will dafür sorgen, dass pro Jahr 400.000 Wohnungen gebaut werden und dazu die Baugenehmigungs- und Planungsprozesse vereinfachen.

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