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Bauhauptgewerbe Bester Jahresauftakt seit 2011

Das Baugewerbe kann sich über deutlichen Umsatzanstieg freuen Quelle: dpa

Die Bauwirtschaft hat einen Traumstart ins Jahr 2018 hingelegt. Der Umsatz im Januar stieg im Vergleich zu 2017 um 22,2 Prozent.

Die Bauwirtschaft ist so gut ins Jahr gestartet wie seit 2011 nicht mehr. Ihr Umsatz lag im Januar um 22,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. "Fast alle Wirtschaftszweige des Bauhauptgewerbes konnten zweistellige Umsatzzuwächse erzielen", hieß es dazu. Am stärksten fielen sie im Bereich Dachdeckerei und Bauspenglerei mit 37,6 Prozent sowie im Gewerk Zimmerei und Ingenieurholzbau mit 27,5 Prozent aus. Den geringsten Umsatzzuwachs gab es beim Bau von Straßen und Bahnverkehrsstrecken mit 6,0 Prozent.

Der hohe Bedarf an neuen Wohnungen, insbesondere in größeren Städten, sowie die niedrigen Zinsen befeuern seit einigen Jahren den Bauboom. Um die hohe Nachfrage zu decken, stellen die Bauunternehmen mehr Mitarbeiter ein. Ihre Zahl lag im Januar um 3,5 Prozent über dem Niveau Vorjahresmonats.

Durch die hohe Nachfrage, die teils kaum noch gedeckt werden kann, steigen auch die Baukosten. Der Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude kostete im Februar 4,0 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. "Das ist der höchste Anstieg der Baupreise seit November 2007 mit 5,8 Prozent", hatte das Statistische Bundesamt schon am Montag erklärt. Die Bauindustrie macht dafür die starke Nachfrage, höhere Materialkosten und strengere Vorschriften verantwortlich.

"Der Markt hat sich gedreht: Die Firmen müssen nicht mehr nehmen, was auf dem Tisch liegt, sondern können sich im Boom die besten Preise und Angebote auswählen", erklärte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Heiko Stiepelmann. Das sei aber eher eine Normalisierung, da über viele Jahre kaum höhere Preise durchsetzbar gewesen seien. "Es werden auch Kosten weitergegeben", betonte Stiepelmann. "Stahl etwa hat sich verteuert, was sich auch in den Baupreisen niederschlägt."

Zudem gebe es im Wohnungsbau eine Tendenz zur Überregulierung. "Bei den Standards wird immer weiter obendrauf gesattelt, das landet dann ebenfalls in den Preisen", erläuterte Stiepelmann.

Nicht nur für Wohnungen müssen Bauherren tiefer in die Taschen greifen, sondern auch für Bürogebäude. Hier zogen die Neubaupreise um 4,1 Prozent, ebenso für gewerbliche Betriebsgebäude. Der Straßenbau verteuerte sich sogar um 5,3 Prozent. Instandhaltungsarbeiten an Wohngebäuden kosteten 3,9 Prozent mehr als im Februar 2017. Die Preise beziehen sich auf Leistungen am Bauwerk einschließlich der Umsatzsteuer.

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