Bayer Arzneinachfrage und Agrarchemie treiben Bayer

Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer blickt nach einem neuerlichen Umsatzrekord im vergangenen Jahr optimistisch in die Zukunft. Der Umsatz dürfte dank des Pharmageschäfts 2015 auf rund 46 Milliarden Euro klettern.

Bayer - mehr als 150 Jahre Unternehmensgeschichte
Bayer blickt zurück auf eine wechselvolle Geschichte. Der Konzern hat bahnbrechende Medikamente wie Aspirin erfunden, aber auch Heroin als Arznei verkauft. Bayer schuf bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts Wohltaten für die eigenen Mitarbeiter, gründete Sportvereine und Werksbüchereien - und rekrutierte andererseits als Teil der I.G. Farben während des Zweiten Weltkrieges Tausende Zwangsarbeiter, die unter menschenunwürdigen Bedingungen schufteten. Wie alles begann... Quelle: dpa
1863Am 1. August gründen der Kaufmann Friedrich Johann Bayer und der Färber Johann Friedrich Weskott die "Friedr. Bayer et comp.". Sitz der Gesellschaft ist Wuppertal, Zweck die Produktion von Farbstoffen. Quelle: Presse
1876Das junge Unternehmen expandiert rasch im Ausland. Erste Produktionsbetriebe entstehen – zunächst in Russland, später auch in Frankreich, England und den USA. Quelle: Presse
1898Das Unternehmen lässt sich Heroin als Warenzeichen schützen. Den Bayer-Chemikern gilt Heroin als ungefährliches, nahezu nebenwirkungsfreies Medikament, das die Atmung beruhigt. Nach der Einnahme sollen sich die Bayer-Arbeiter "heroisch" gefühlt haben - davon soll sich der Name Heroin ableiten. Bis 1915 produziert die Farbenfabrik jährlich eine knappe Tonne Heroin; das angebliche Medikament wird bald in 22 Länder exportiert. Erst 1931 stellte Bayer die Produktion ein. Quelle: Gemeinfrei
1899Unter der Nummer 36433 wird das Medikament Aspirin in die Warenzeichenrolle des Kaiserlichen Patentamtes in Berlin aufgenommen. Entdeckt wurde Aspirin von dem jungen Chemiker und Pharmakologen Felix Hoffmann, der seinem rheumakranken Vater mit einem Antischmerzmittel helfen wollte. Bis heute ist Aspirin das bekannteste Bayer-Produkt. Quelle: Creative Commons-Lizenz
1904Die Bayer-Arbeiter bekommen einen Sportverein. Der TuS 04 Leverkusen gründet sich – der Vorläufer des heutigen TSV Bayer 04 Leverkusen, der vor allem durch seine Fußball-Bundesligamannschaft bekannt ist. Quelle: Presse
1912Carl Duisberg wird Generaldirektor, Leverkusen Firmensitz. Der Standort Wuppertal ist zu klein geworden; Duisburg entwickelt einen Plan für ein neues Chemiewerk in Leverkusen. Die Wahl des neuen Hauptstandorts stößt nicht überall auf Begeisterung. Bayer-Arbeiter reimen ein Klagelied: "Kann er einen nicht verknusen, schickt er ihn nach Leverkusen. Dort, an diesem End der Welt, ist man ewig kaltgestellt." Quelle: Gemeinfrei

Bayer profitiert von seinen neuen Kassenschlagern im Pharmageschäft und einer kräftigen Nachfrage nach Landwirtschaftschemie. Der um Sondereinflüsse bereinigte operative Gewinn (Ebitda) nahm im vierten Quartal um 4,4 Prozent auf 1,85 Milliarden Euro zu, wie das Leverkusener Traditionsunternehmen mitteilte. Analysten hatten mit 1,93 Milliarden Euro etwas mehr erwartet.

Bayer setzte von Oktober bis Dezember 11,04 Milliarden Euro um - ein Plus von 11,6 Prozent. Kosten für die Markteinführung neuer Medikamente und ein schlechteres Finanzergebnis ließen jedoch den Nettogewinn um die Hälfte auf 224 Millionen Euro einbrechen.

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Konzernchef Marijn Dekkers äußerte sich dennoch zuversichtlich. "Wir blicken weiterhin optimistisch in die Zukunft", sagte er. Für das laufende Jahr stellte Dekkers einen Umsatz von rund 46 Milliarden Euro in Aussicht nach 42,24 Milliarden Euro 2014. Der um Sondereinflüsse bereinigte operative Gewinn (Ebitda) soll im unteren bis mittleren Zehner-Prozentbereich zulegen.

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