Bayer und Monsanto Pharmakonzern wirbt weiter um US-Saatgutriesen

Bayer bietet Monsanto 125 statt 122 Dollar pro Aktie, um den Saatgutriesen zu übernehmen. Doch die Offerte ist dem US-Konzern noch zu niedrig – beide Parteien wollen weiter verhandeln.

Bayer und Monsanto: Es kommt Bewegung in die Übernahmeverhandlungen. Quelle: dpa

Der US-Saatgutriese Monsanto gibt sich mit der aufgestockten Übernahmeofferte von Bayer noch nicht zufrieden. Das Angebot sei "finanziell unangemessen" und reiche noch nicht aus, um die Aktionäre zur Annahme zu bewegen, erklärte Monsanto.

Bayer hält trotz der erneuten Zurückweisung durch den US-Saatgutriesen Monsanto an seiner Übernahmeofferte fest. "Das angepasste Angebot ist eine überzeugende Gelegenheit für eine sofortige und sichere Wertsteigerung für Monsanto-Aktionäre, insbesondere vor dem Hintergrund der zuletzt schwachen Geschäftsentwicklung und des reduzierten mittelfristigen Ausblicks von Monsanto", erklärte der Pharma- und Chemiekonzern am Dienstagabend. Bayer sei enttäuscht über die Ablehnung des um drei Dollar auf 125 Dollar je Aktie erhöhten Angebots durch Monsanto. Das Unternehmen sehe einer Fortsetzung der Gespräche mit Monsanto unter einer angemessenen Vertraulichkeitsvereinbarung entgegen, die den Zugang zu weiteren Informationen ermögliche.

Das US-Unternehmen hatte sich nicht geäußert, seit der Leverkusener Chemie- und Pharma-Konzern am vergangenen Donnerstag (14. Juli) seine auf 125 von 122 Dollar je Aktie erhöhte Offerte öffentlich gemacht hatte. Monsanto bleibe offen für konstruktive Gespräche mit Bayer über die Machbarkeit einer Übernahme – aber auch mit anderen Interessenten, hieß es in der Mitteilung. Monsanto hatte im Mai schon einmal das Angebot von Bayer zurückgewiesen, aber Gesprächsbereitschaft bekundet.

Monsantos mieses Image stört Investoren

Bei Bayer-Investoren stoßen die Zukaufspläne wegen des hohen Preises und des schlechten Images von Monsanto auf Skepsis. Das britische Investmenthaus Henderson Global Investors, das Reuters-Daten zufolge 16.größter Anteilseigner von Bayer ist, forderte eine Abstimmung der Aktionäre über den Deal. "Wir können die Entscheidung des Vorstands, den Aktionären die Gelegenheit zu einer Abstimmung zu verweigern, nicht akzeptieren", heißt es in einem Brief von Henderson an Bayer.

Zwar bedürfe die Transaktion nicht der Zustimmung der Anteilseigner, aber eine Billigung durch diese könnte helfen, das Vertrauen am Markt wiederherzustellen.

Insidern zufolge hat der Investmentfonds Corvex, der von einem früheren Schützling des aktivistischen Investors Carl Icahn geführt wird, kleinere Anteile an beiden Unternehmen zusammengetragen. Er favorisiere eine Monsanto-Übernahme durch Bayer, sollte der Preis stimmen, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Zu den größten Monsanto-Aktionären gehört bereits der Hedgefonds Glenview, der ein Paket von 2,5 Prozent hält.

Monsanto ist bei der Herstellung von Saatgut weltweit die Nummer eins, Bayer ist nach der Schweizer Syngenta die Nummer zwei unter den Anbietern von Pflanzenschutzmitteln. Gemeinsam würden die beiden Unternehmen einen weltweit führenden Anbieter für Saatgut und Pflanzenschutzmittel schaffen. Umweltschützer warnen, dass durch die wachsende Konzentration unter den Agrarchemie-Anbietern die Macht der Konzerne weiter zunimmt.

Die Branche ist in Bewegung: In den USA tun sich Dow Chemical und DuPont in der größten Chemie-Fusion aller Zeiten zusammen. Zudem peilt ChemChina für 43 Milliarden Dollar den Kauf von Syngenta an.

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