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Beiersdorf Das neue Gesicht des Nivea-Konzerns

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Heidenreich im Profil

Thomas-Bernd Quaas Quelle: REUTERS

Stärken und Schwächen
„Jeder, der Leistungssport betreibt, muss an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit gehen, muss sich auch quälen, lange Wege gehen, sich immer wieder motivieren können“, sagte der ehemalige Surfer und Segler in einem seiner seltenen Interviews der Schweizer „Handelszeitung“. Und: Es sei nicht immer alles positiv, man müsse auch Niederlagen einstecken können. Beruflich wie privat sei Heidenreich ein „sehr sportlicher Typ“, bestätigt Ex-Schwartauer-Chef Heinz von Kempen. Andere Ex-Kollegen beschreiben ihn als angriffslustig, risikofreudig, lebhaft, ja sogar manchmal ein bisschen aggressiv. Was Heidenreich sich in den Kopf setzt, will er unbedingt erreichen, sagen Wettbewerber. Ob er sich partout eine Tochter in den Kopf gesetzt hatte, ist zwar nicht bekannt. Fakt ist jedenfalls: Nach drei Söhnen kam vor zehn Jahren dann noch ein Mädchen auf die Welt.


Freunde und Gegner
Als der in Bremerhaven geborene Heidenreich nach dem BWL-Studium in Kiel 1987 seinen ersten Job beim US-Konsumgüterriesen Procter & Gamble (Pampers, Ariel) antrat, da war es Rolf Kunisch, der dem ehrgeizigen Jungspund eine Chance gab und ihn einstellte. Jener Kunisch, der Jahre später – von 1994 bis 2005 – Vorstandschef bei Beiersdorf war und noch bis April dieses Jahres im Aufsichtsrat der Hamburger saß. Bei der Verpflichtung von Heidenreich als einen seiner Nachfolger dürfte Kunisch ein Wörtchen mitgesprochen haben. Eine andere Männerfreundschaft ging jedoch in die Binsen: In seiner Funktion als Hero-Chef berief Heidenreich Anfang März 2006 den früheren Mobilcom-Finanzchef Thorsten Grenz zum CFO, einen alten Buddy aus Kieler Studien-zeiten. Doch kaum sechs Monate später war Grenz wieder weg. Gründe für die Trennung wurden nicht genannt. Insider sprachen jedoch von einem handfesten Zerwürfnis.

Vorbilder
Es sind die Henkels, die Oetkers oder die Familie Herz, Inhaber von Tchibo und Beiersdorf, Architekten weltbekannter Marken, die Heidenreich bewundert. Er habe großen Respekt davor, wie die Familie und ihre Manager Nivea zur weltweit größten Hautpflegemarke entwickelt hätten, sagt er im Mitarbeitermagazin. Über seine frühen Begegnungen mit der blauen Ikone: „Das sind die großen Nivea-Ballons der Deutschen Lebens-Rettungsgesellschaft an den Stränden, die blauen Nivea-Wasserbälle und natürlich die klassische Creme-Dose.“

Vorlieben

Heidenreich ist ein Sportfanatiker. Neben Frau, Familie und Freunden sei Sport für ihn das Wichtigste, sagt er. Ende der Siebzigerjahre holte er auf dem Surfbrett einen Vize-Europameistertitel. Bis heute liebt er alles, was schnell ist: Musik der kalifornischen Crossover-Band Linkin Park, Mountainbiken, aber vor allem den Enduro-Sport. Mit Geländemotorrädern wie einer KTM EXC-R 450 fährt er hin und wieder sogar Rennen. Trainiert wird er von einem Freund, dem zehnfachen deutschen Enduro-Meister Bert von Zitzewitz. Von Zitzewitz betreibt mit seinem Bruder Dirk die kleine Agentur Zitzewitz Events, die Enduro-Lehrgänge und -Reisen veranstaltet. Und Heidenreich zeigte sich dankbar für die professionelle Betreuung: Sponsor- Partner der Eventagentur ist die Müsli-Marke Corny von Schwartau aus dem Hause seines Ex-Arbeitgebers Hero. Vielleicht wird der Kraftriegel ja bald von Nivea-Sonnencreme oder -Duschgel abgelöst. Beides können auch Motocross-Piloten stets gut gebrauchen.

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