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Bergbaukonzerne Rohstoff-Riesen sparen gegen die Flaute

Bergbaukonzerne scheffelten bisher Milliarden. Doch der Preisverfall bei Kupfer, Eisenerz und Co. beschert den Minen-Giganten enorme Gewinneinbrüche. Die Firmen kappen nun radikal die Kosten – mit gravierenden Folgen.

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Eisenerz-Förderung bei BHP Billiton in Westaustralien: Ausbauprojekte werden auf Eis gelegt. Quelle: REUTERS

Die einst erfolgsverwöhnten Bergbaukonzerne leiden unter der schwachen Konjunkturentwicklung in Asien. Das geringere Wachstum der Schwellenländer, wichtige Abnehmer von Eisenerz, Kupfer und Co., drückt die Nachfrage und die Preise. Besonders die flaue Entwicklung in China belastet Konzerne wie BHP Billiton oder den neu fusionierten Bergbauriesen Glencore Xstrata. Hinzu kommen gestiegene Kosten für Energie, Produktion und Finanzierung.

Die Unternehmen reagieren mit harten Einschnitten. Nach Jahren der üppigen Expansion verschieben sie den Ausbau von Minen, stampfen Explorationsprojekte ein und kappen die Kosten. Doch die harten Einschnitte dürften langfristig gesehen negativ auf die Bergbauriesen zurückfallen.

Die Weltkonzerne BHP Billiton und Glencore Xstrata meldeten zuletzt deutliche Gewinnrückgänge. Der frisch geschmiedete Rohstoffhändler und Minenkonzern Glencore Xstrata schrieb 7,66 Milliarden Dollar auf Minenanlagen ab. Für das erste Halbjahr 2013 verbuchte das in Baar im Schweizer Kanton Zug ansässige Unternehmen einen Verlust von 8,9 Milliarden Dollar (6,67 Milliarden Euro).

Tops und Flops der Rohstoffwetten im Selbstversuch

Auch der Überschuss beim weltgrößten Bergbauunternehmen BHP Billiton brach in dem Ende Juni abgeschlossenen Geschäftsjahr um 30 Prozent auf 10,9 Milliarden US-Dollar ein. Der Umsatz sackte um rund neun Prozent ab. Zuvor hatten auch schon Konkurrenten wie Rio Tinto oder Vale einen Rückgang der Ergebnisse gemeldet.

Die Konzerne reagieren umgehend. Bei fast allen großen Bergbauriesen kam es zu Wechseln an der Führungsspitze. Die neuen Chefs gehen nun radikal die Kosten an. Im vergangenen Jahr hatte der der britisch-australische Konzern BHP bereits Großprojekte im Volumen von 40 Milliarden Dollar auf Eis gelegt, um die Kosten in den Griff zu bekommen. Zudem sind weitere Kürzungen geplant. Im neuen Geschäftsjahr sollen die Ausgaben um 26 Prozent auf rund 16 Milliarden Dollar sinken.

Der neue BHP-Chef Andrew Mackenzie verschiebt etwa den Ausbau des Kali-Geschäfts. Das Unternehmen hatte den Einstieg in den Düngemittelbereich seit langem geplant. Die Produktion soll nun aber erst 2020 anlaufen, fünf Jahre später als bisher vorgesehen. „Wir wollen dann in den Markt eintreten, wenn wir denken, dass der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um das Maximum für unsere Anteilseigner herauszuholen“, sagte Mackenzie. Zudem brachte er die Idee ins Spiel, Anteile an einem Projekt in Kanada zu verkaufen.

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